|
Nach einer kühlen Nacht -
welch angenehme Abwechslung - und einem guten Frühstück verlassen wir den Platz und
fahren auf der 89a in Richtung Sedona. Über eine kurvenreiche Passstrasse
erreichen wir Jerome, eine kleines, schön am Hang liegendes
Goldgräberdorf.
Das Dorf könnte - so denkt man - auch irgendwo in Italien "hängen". Leider
finden wir für unser Schiff nirgends einen genügend grossen Parkplatz, sodass wir
runter
in die Ebene fahren, in Cottonwood einkaufen gehen und uns in einem
Kentucky Fried Chicken verköstigen. Noch ohne KFC-Erfahrung, bestellen wir
viel zu viel, haben aber deshalb abends auch noch was zu essen. Weiter
geht es in Richtung Sedona, der kleinen Stadt, die mich bereits 1985 bei
unserem ersten Besuch fasziniert hat. Die Berge werden immer farbiger. Rot- und Orangetöne
bestimmen das Bild.

In Sedona suchen wir wieder vergeblich
einen Parkplatz. Schliesslich parkieren wir - nicht ohne vorgängig im Büro
um Erlaubnis zu fragen - vor einem Bürogebäude und gehen dann für etwa 3 Stunden
in die "Altstadt" von Sedona, die aus einer einzigen Ansammlung von Souvenirshops
besteht. Auch wir wollen
diesen touristischen Auswuchs erleben und so wechselt halt das eine oder andere Dollarnötchen
den Besitzer. Im Swiss Restaurant
trinken wir noch etwas. Zurück beim
Camper finde ich einen Zettel an der Wagentüre: „That’s not a Campground“
- „Move or loose your car.“ Wir fahren weiter zum "Pineflat
Campground West" in Coconino.

Dieser liegt wunderschön mitten in einem Föhrenwald. Beim Ranger kaufen wir
etwas Holz für ein Lagerfeuer. Danach lese ich auf einer Tafel: "Bären
füttern verboten." Da unsere Kinder gerade am Fluss spielen, frage ich einen
85-jährigen Ami ob es denn hier Bären gäbe. Diese Frage löst eine über 3-stündige Antwort aus.
Ich lerne sein ganzes - zugegebenermassen interessantes
- Leben kennen. Er erzählt mir von seinem Job als Professor in Los Angeles und
von seinen
mehrjährigen Reisen durch die halbe Welt. Und wie schön es doch in der
Schweiz sei und wie toll unser politisches System sei.
Und dass es hier tatsächlich Bären habe.
Selbstverständlich lasse ich dies umgehend die Kinder
wissen. Ich denke mir immer wieder kleine
Tricks aus, um den liebenswerten Mann für kurze Zeit loszuwerden.
Dennoch
geniessen wir den Abend am Lagerfeuer. |