tagebuch
day 22

Alles geht zu Ende. Auch unser Urlaub. Da können wir noch so lieb sein; es ist unumstösslich. Die Familie geniesst wie immer das Frühstücksbuffet, während der Autor - wohl aus Nervosität - nur einen Kaffee trinken mag. Wir packen unsere Koffer in den Lincoln und fahren in Richtung Flughafen. Wir passieren den Long Beach Airport und erreichen nach 50 Minuten Fahrzeit den International Airport. 50 Minuten Fahrzeit vom Stadtrand bis zur Stadtmitte! Der Hertz-Terminal ist auf dem riesigen Flughafenareal leicht zu finden und die Abgabe des Mietwagens in 2 Minuten erledigt! Ein Bus bringt uns zusammen mit unserem umfangreichen Gepäck zum richtigen Terminal, wo wir wieder ohne Problem und in Kürze einchecken können. Die Sitzplätze sind bereits bei der Buchung reserviert worden, sodass einzig die aktuelle Abflugzeit spannend ist. Mit der angezeigten Verspätung von 30 Minuten sind wir mehr oder weniger zufrieden und gehen für einen Longdrink an eine Bar. Die tatsächliche Abflugzeit rückt näher und schon bald werden wir ins Flugzeug steigen können. Als Familie hat man in den USA (wie übrigens auch in Norwegen) das Recht, vor der grossen Masse einzusteigen. An der Einstiegstüre erwartet uns wie zuvor vereinbart unser Nachbar und Co-Pilot Ralph Schneider. Er hat sich frühzeitig extra für diesen Flug einteilen lassen und führt uns nun zu unseren Sitzplätzen. Schön, wenn der Pilot das Gepäck der Passagiere zum Sitzplatz trägt ;-). Wir vereinbaren, dass zuerst der Autor während dem Start im Cockpit sitzen darf, während Mama dann die Landung von dort aus erleben soll. Damit bin ich auch deshalb einverstanden, weil ich vor kurzem auf einem Flug von Kopenhagen nach Zürich zufällig einen uns ebenfalls bekannten Piloten getroffen habe und dann bei der Landung im Cockpit des Airbus' sitzen durfte. Die Kinder sollen während dem Flug die Möglichkeit haben, sich im Cockpit etwas umzuschauen. Hier gibt es nichts zu vergrössern ;-) Vor dem Start herrscht im Cockpit der MD11 spürbar eine gespannte Stimmung. Der Start ist eine schwierige Phase und verlangt von der Crew volle Konzentration, gilt es doch während des Starts verschiedene Abbruchphasen zu berücksichtigen. Alles verläuft perfekt und während des Steigflugs lockert sich nach und nach, aber deutlich, die angespannte Stimmung. Der amerikanische Swissair-Pilot stammt aus der Gegend von Los Angeles und kann uns deshalb diese sehr präzis erklären. Wir fliegen über Palms Springs, den Joshua Tree National Park und die Ortschaft 29 Palms; alles gut erkennbar, weshalb ich mich an den Beginn unseres Urlaubs erinnere (siehe Tag 3). Ich verlasse das Cockpit und kriege vom Flight-Attendent der First-Class einige Flaschen Sekt für uns in der Touristenklasse. Meine Sitznachbarin, eine Spanierin und Mitglied des mitfliegenden 66-köpfigen Jugend-Symphonie-Orchesters Zürich, kriegt von mir ebenfalls ein Fläschchen davon ab. Man muss ja schliesslich zwölf Stunden lang miteinander auskommen. Wir fliegen nun gegen die Zeit und es wird deshalb schnell dunkel. Man zeigt uns wieder verschiedene Filme. Es geht in schnellen Schritten Mitternacht zu.

   Weiter zur nächsten Seite