tagebuch
day 19

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Heute ist unser "Seaworld-Tag". Wir können gemütlich frühstücken, da der Park erst um 10 Uhr öffnet und nur 4 Autominuten vom Hotel entfernt ist. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man diese kurze Strecke auch zu Fuss zurücklegen könnte. So was ist in den USA schlicht und einfach nicht vorgesehen. Da müssten wir zumindest drei Highways zu Fuss überqueren. Nun, wir entscheiden uns für das Auto und sind pünktlich am Parkeingang um dort die horrenden Eintrittspreise berappen zu dürfen.
Die Kinder wollen mit Papa's Geld viel erleben, drum geht's sofort los zur "Bird Show". Nach drei Minuten ist der Akku meiner Videokamera leer(!). Immerhin, die Sonne hat sich inzwischen gegen den Morgennebel durchgesetzt und blendet jetzt in unsere Augen. Wo habe ich denn nur meine Sonnenbrille? Ah, im Hotel. Scheint nicht der Tag des Autors zu sein. Nach der Vogelschau (Prädikat: OK) geht es weiter zur "Arktik Show" (Prädikat: Gut). Alle diese Shows wollen nicht einfach nur billige, typisch amerikanische Unterhaltung bieten, sondern haben immer etwas belehrendes an sich. Doch, ganz ehrlich gesagt, gelernt haben wir trotzdem nichts. Hingegen gefreut an der typisch amerikanischen Show haben wir uns schon.
Wir besuchen zuerst das Pinguingehege, bevor wir dann zum eindrücklichen Haibecken spazieren. Beim Eingang können in einem kleineren Becken junge Haie (etwa 80 cm lange) betrachtet werden. Dann geht es abwärts zum Eingang des grossen Haibeckens. Eine Rolltreppe führt die Besucher durch eine Glasröhre. Ausgewachsene Haie schwimmen bedrohlich um uns herum. Dramatische Musik verstärkt das Gefühl, etwas wirklich Gefährliches zu erleben. Gefährlich oder nicht, eindrücklich ist es auf jeden Fall, und deshalb springen wir in verkehrter Richtung auf der Rolltreppe zurück um noch einmal durchfahren zu können. Nun geht es zum unbestrittenen Highlight - zu Shamu, dem Killerwal. Die Show hat wohl jeder schon mal auszugsweise im Fernsehen gesehen oder durfte sie in Florida oder hier in Kalifornien gar selbst erleben. Oder du hast dir den Film "Free Willy" angesehen. Der Autor weiss nicht, wie er solche Shows beurteilen soll, aber dieses Zusammenspiel von Mensch und Tier ist unbestritten ein bewegendes Erlebnis.
Zur Abwechslung benützen wir die Attraktion "Shipwreck Rapids".seaworld.jpg (15117 Byte)
Wir freuen uns zuerst, dass während dieser Fahrt nur Melanie so richtig nass wurde. Schadenfroh geht es um die letzte Kurve dem Ziel zu. Doch - oh Schreck! -, ein kleiner Wasserfall und Papa ist ebenfalls von oben bis unten nass. Was sich übrigens nicht als sehr angenehm erweist, beträgt die Lufttemperatur doch nur etwa 20 Grad. Wir werden dazu gezwungen, Melanie ein (trockenes) T-Shirt zu kaufen. Dann besuchen wir eine - zumindest für uns - neue Superlative: ein 4D-Kino. Nun ja, wenn es bald in jedem Park eine 3D-Show gibt, muss mal was neues her. Der Film übertrifft unsere Erwartungen bei weitem. Es handelt sich um einen lustigen Piratenfilm, der wegen der speziellen Sitze im Kino sehr lebendig wirkt. Die abgeschossene Kanonenkugel fliegt (wie bei 3D gewohnt) knapp am Kopf vorbei. Gleichzeitig bläst ein Luftstrahl aus dem Vordersitz, sodass dem Besucher die Kugel wirklich um die Ohren zischt. Eine Schar kackende Möven fliegt über unsere Köpfe hinweg. Ein Spritzer Wasser von der Decke herunter lässt das Plenum kreischen. In einer Höhle fliegt eine grosse Schar Fledermäuse auf unsere 3D-Brillen zu und will sich auf unsere Köpfe setzen. Ein Luftzug von hinten bewirkt , dass man tatsächlich das Gefühl hat, die Viecher würden sich auf unsere Köpfe setzen. Bei allen Szenen, in denen Wasser im Spiel ist, decke ich mit meinen Händen die sichtbaren Düsen am Vordersitz ab. Man ist ja lernfähig. Der Film ist zu Ende, der Vorhang senkt sich, wir können uns wieder entspannen, wir haben's geschafft. Nochmals zieht der Hauptdarsteller den Vorhang auf und spuckt voller Freude ins Publikum. Aus der zuvor von mir lange zugedeckten Düse spritzt gleichzeitig ein Wasserstrahl in mein Gesicht. Die Zeit reicht auch noch für die "Delphin-Show" (Prädikat: OK) sowie für eine Show mit Seelöwen, Walrosse und Frettchen (Prädikat: Gut). Der Park schliesst bereits um 5 Uhr. Die uns verbleibenden 20 Minuten verbringen die Kinder auf dem grossen Spielplatz.
Nach einer Ruhephase im Hotel fahren wir wieder los um im Restaurant Mona Lisa zu essen. Dort sind wir während unseres Sprachaufenthaltes oft eingekehrt. Nach einer halbstündigen Irrfahrt - wir gaben nicht auf - finden wir endlich unser Mona Lisa. Es sieht noch immer aus wie vor 15 Jahren: die selben abgesessenen braunen Ledersessel und die gleichen rot-weissen Tischtücher. Wir fühlen uns viele Jahre jünger.

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