tagebuch
day 15

Heute Freitag schläft der dominante (weibliche) Teil der Familie etwas länger, während der Autor um 07.30 Uhr (16.30 Uhr CH-Zeit) kurz im Geschäft anruft um ein schönes Wochenende zu wünschen. Wenn schon mal am "Arbeiten" werden gleich noch ein paar E-Mails beantwortet. Nein, kein Laptop, sondern der kleine Psion Revo ermöglicht diesen Kontakt. Viel später - nach dem Frühstück - beginnen wir gemütlich unser Gepäck zu verstauen, während unsere Kinder wieder lange Zeit am/im Pool herumtoben. Melanie, die gerne taucht, spielt wieder mal "ich bin ertrunken", was Papa ärgert. Nach einem Ausverkaufslunch - die Resten früherer Tage müssen noch verwertet werden - geht es gleich weiter mit Baden. Um 5 Uhr abends fährt der erste KOA-Shuttle zum berühmten Las Vegas Strip. Wir Eltern waren bereits 1985 sowie 1987 in Las Vegas. Beinahe alles ist anders: noch schönere, noch grössere, noch eindrücklichere Hotelbauten. Und die Hotelcasinos die wir noch kennen sind ebenfalls rundum erneuert. 
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Gleich zu Beginn sei hier vermerkt: Jugendlichen oder gar Kindern unter 21 Jahren(!) ist das Geldspiel strikte verboten. Im Prinzip eine gute Sache, doch für Touristenfamilien wären wohl auch 16 Jahre angebracht. Für uns erweist sich die geltende Vorschrift als ziemlich unangenehm, da selbst das Zugucken verboten ist! Kinder dürfen sich nur auf den markierten Gehwegen - bei der Grösse dieser Kasinos schon beinahe Wanderwege zu nennen - vorwärts bewegen. Anhalten, um zum Beispiel aus der Ferne Mama beim Spielen zuzugucken, ist ebenfalls verboten. Und wenn in den USA was verboten ist, dann ist es auch verboten. Die Security schnappt sich innert Sekunden jedes Kind das stehen bleibt, um es zu belehren. Da unsere Kinder von derartigen Belehrungen mangels entsprechender Sprachkenntnisse sowieso nicht profitieren könnten, halten wir uns freiwillig an diese Regelung. Zurück zum Tagesbericht: Als erstes besuchen wir das ältere Casino "Circus Circus", in dem sich ein riesiger gedeckter "Freizeitpark" mit einer Achterbahn und anderen Attraktionen befindet.
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Hier sind auch Kinder - und das Geld ihrer Eltern - willkommen. Ein kleiner "Rust-Park" in einem Hotel. Na ja, wir sind eben in Amerika. Als ob es in Las Vegas keine anderen Hotels gäbe, verbraten wir einige Zeit im Circus Circus und geniessen hier auch noch das bescheidene Abendbrot. Wobei für einmal nur der Preis bescheiden ist. Für ein paar Dollars können wir uns an einem gepflegten, qualitativ hochwertigen Buffet ausreichend verköstigen. Während dem Essen behalten wir das Dessertbuffet ständig im Auge, damit wir nicht zu viel in uns hineinstopfen. Dabei schauen wir einem Jungen zu, wie er einen Wackelpudding an seinen Platz balancieren will. Das Experiment misslingt, der Pudding wackelt nun auf dem Boden weiter. Ramona kriegt deshalb einen Lachanfall, während dem sie ihr Glas Sprite über den Tisch schmettert. Eine klebrige Angelegenheit, und die nun verstreut auf dem Tisch liegenden Eiswürfel erfreuen uns auch nicht sonderlich. Im nächsten Hotel, dem "Treasure Island", werden, wie vorher im "Circus Circus", an lustigen Spielgeräten noch einige Stofftiere gewonnen. Ehrlich gesagt, könnten - um Reisekosten zu sparen - solche Stofftiere auch im Tivoli in Copenhagen geschossen oder im nächsten Warenhaus gekauft werden.

"Treasure Island" Werbefoto
Als nächstes besuchen wir das "Venetian". Wir spazieren über den Markusplatz und sehen den Gondolieri zu, die offenbar verliebte Paare für einige Minuten in ihren Booten Platz nehmen lassen. Die Zeit schreitet zügig voran. Wir auch, denn wir müssen den Shuttle zum Campingplatz erreichen. Mit viel Speed erreichen wir dieses Ziel gerade noch. Unsere letzte Camper-Übernachtung beginnt. Als ich mich um Mitternacht hinlege kommt mir plötzlich auf den Geist, dass in der Küche ja noch etwas Wein rumsteht. Und den will ich bei der morgigen Abgabe des Campers nicht ausschütten. Also setzt sich die Flasche mit mir zusammen noch für ein Stündchen vor dem Camper auf die Bank. Es ist angenehm warm und sternenklar. Ich bestaune den Flugverkehr auf dem nahe gelegenen (aber hier nicht hörbaren) Flughafen. Eine Stunde lang sind in der Anflugschneise ununterbrochen 5 bis 8 Flugzeuge, respektive deren Scheinwerfer, ersichtlich. Sogar nach Mitternacht schaufeln Flugzeuge im 5-Minuten-Takt die Spieler für ein Weekend nach Las Vegas. Aus diesem Grund sind Hotelreservationen für die zwei Nächte von Freitag bis Sonntag schwierig und die Zimmer sehr teuer.

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"Ceasar's" (Werbefoto)
 

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