tagebuch day 11 |
Am heutigen
morgen gilt der erste kritische Blick dem Wetter. Es sieht nicht schlecht
aus, sodass wir uns entschliessen den von mir so ersehnten Bootsausflug
auf dem Lake Powell zu starten. Das heutige Sonderangebot erlaubt
ein Start um 10 Uhr. Also sind wir 20 Minuten vor 10 Uhr im Office. Doch
bedeutet ab 10 Uhr, dass wir zu dieser Zeit mit dem Check-In, dem
Formularkrieg beginnen dürfen. Nicht dass etwa Bootserfahrung oder gar
ein Bootsführerschein von Nöten ist, aber viele Unterschriften, dass wir
alle Konsequenzen unserer Bootsfahrt selbst tragen werden. Meine
europäische Mastercard hilft auch nicht die Angelegenheit zu
beschleunigen. Nach dem Fassen der Schwimmwesten und einer kurzen
Einführung von etwa 3 Minuten sagt der Instruktor "Have a nice day,
bye". Also steht die erste Herausforderung an. Es heisst retour aus
dem "Parkplatz" raus und dann durch den Hafen zum offenen See. |
| Nachfolgend
einige Informationen zum Lake Powell: Der See ist benannt noch dem 1834 geborenen Lehrer, Naturforscher und Geologe John Wesley Powell. Er war einer der Erforscher des Glenn Canyons wie auch des Grand Canyons. Am 13. März 1963 wurde die Staumauer nach 6 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Der See, ein Labyrinth von Buchten und ertrinkenden Schluchten, begann sich langsam zu füllen. Es dauerte bis 1980, bis der See zum erstenmal den heutigen Level erreicht hatte. Der Seespiegel sank dann nochmals (Trockenheit) um 1984 dann definitiv gefüllt zu sein. Wir gehörten 1985 zu den "frühen" Gästen auf dem Lake Powell. 1972 wurde die Glen Canyon National Recreation Area gegründet. Der See liegt auf 3700 Fuss. Lake Powell verfügt über etwa 100 Seitenarme, oder eben Canyons. Diese ergibt eine unglaubliche lange Küstenlinie von 1900 Meilen, oder 3000 Kilometer. Auf 3000 Kilometer findet sich auch im Hochsommer für jeden Gast ein einsames Plätzchen. |
Das
Gefühl an einem Strand - von denen es hier Hunderte gibt - zu baden und
sonnen ist schon einzigartig. Der rote, feine Sand lädt nicht nur die
Kinder zum spielen ein. Bald ist Zeit um wieder zurückzufahren. Um 16 Uhr
müssen die Boote abgegeben sein. Ich bin überzeugt, dass der Zeitpunkt
mit Absicht so früh angesetzt ist, da man auf dem riesigen See die
Distanzen falsch einschätzen kann. Sicher auch wegen allfälligen Pannen,
da die Suche von "Vermissten" nicht einfach mit einem Fernglas
erledigt werden kann. Nun wir wollen los. Nur sitzt leider das Boot im
Sand fest. Shit. ![]() Wir sind hier alleine, ganz alleine, weit und breit kein Mensch. Es braucht einige Kraftakte und ein paar der hier seltenen Wellen um das Boot Freizuschaukeln. Doch dann geht es wieder los. Langsam lasse ich den Motor runter und bei genügender Tiefe wird voll Schub gegeben. Doch irgendwie stimmt was nicht. Das Boot stellt sich zwar auf, doch kommt es nicht ins gleiten. Hmm. Dann sehe ich, dass der Motor nicht ganz im Wasser ist. Anfänger!! Also, nochmals die Hydraulik betätigt und es geht wieder voll Schnaps los. Inzwischen hat die Stimmung unter den Kinder dahingehend geändert, dass sie immer wieder fragen: "fährst Du schon Vollgas? Wir möchten noch schneller". Also wird über den See gedonnert, nicht ohne die faszinierende Wüstenlandschaft zu geniessen. Ist ein echt befriedigendes Gefühl. Da wir noch etwas zu früh sind, ziehen wir eine Zusatzschlaufe durch einen anderen Canyon und fahren noch zur Staumauer. Soweit man hinfahren darf. Zurück im Hafen wird getankt. Die Rechnung von über Fr. 100.- für den Sprit überrascht mich, zeigt doch die Tankanzeige noch einen halbvollen Tank an. Glücklich aber müde mag ich darüber nicht diskutieren. Zurück im Headoffice wird noch abgerechnet, dass heisst, schadenfrei zurück erhalten wir das Depot erstatten. Inzwischen wieder "emotionell nüchtern" bemerke ich, dass beim tanken wohl ein Fehler passiert sei. Ich hätte über 80 Liter Sprit zahlen müssen. Die Dame nimmt eine Liste, fragt noch dem Bootstyp und bestätigt einen Tankinhalt von 150 Liter !! Puhhh, das Boot säuft ja mehr als unser Camper. Nach einem kurzen entspannen und verarbeiten des Tages gehen wir frisch gestärkt nach Page in ein Steakhouse. Wir kriegen den letzten freien Tisch und erfreuen uns an einem guten Abendessen. Ein genialer Tag, auf den ich mich so lange gefreut habe geht zu Ende. Und er war so schön wie erwartet. Das ist im Leben nicht immer so. Danke. |