tagebuch day 10 |
| Für
heute Sonntagmorgen - es ist es recht kühl und bewölkt - haben wir uns
vorgenommen, den Lake Powell zu geniessen. Auf dem Campingplatz ist es
ziemlich ruhig; es sind nur noch wenige Gäste hier. Die Urlaubszeit ist
offensichtlich
vorbei. Das Wetter scheint heute etwas launisch zu sein. Wir sind
deshalb zuerst lange
unschlüssig, entscheiden uns dann aber doch, unser Vorhaben zu
verschieben und erst morgen auf den See zu gehen. Die Miete eines Bootes ist
ja schliesslich derart teuer, dass wir diesen Ausflug wirklich geniessen
wollen. Ich fühle mich bei dieser Entscheidung etwas unsicher, sie
beunruhigt mich, den schliesslich will ich
unbedingt einen Tag auf den See. Zudem habe ich bei der Planung die Reiseroute nicht ohne
Absicht hier vorbeigeführt. Unsere erste Bootstour, damals im Jahr 1985,
erwies sich als derart
genial, dass meine Sinne förmlich nach einer Wiederholung schreien. Aber
eben: Die
Wetterlage ist zu unsicher. Immerhin fährt man mit dem Boot bis zu drei Stunden vom
"Wahweap Marina" weg; da wäre doch ein Regenschauer oder
Gewitter ziemlich stressig. Wir entschliessen uns, eine Jeeptour zu unternehmen.
Sofort wird telefonisch (520-645-5501) reserviert. Bereits in den
Startlöchern, versuche ich noch meine
Mutter anzurufen. Da Swisscom leider keinen Roamingvertrag für diese
Gegend hat und
mein Handy deshalb nicht funktioniert - ganz im Gegensatz zu denjenigen
der Ami's, die
offensichtlich guten Empfang haben - benütze ich ein öffentliches
Telefon und verrate der Vermittlung meine Kreditkartennummer. Es
läutet und ich höre schliesslich das "Hallo" meiner Mutter. Ich erwidere
was - und
"Klick" ist die Verbindung wieder getrennt. Beim nächsten Versuch erklärt
mir dann die
Vermittlung, dass nur amerikanische Kreditkarten akzeptiert würden. Also
dran denken: Für Anrufe nach Europa viele, viele Quarters bereit halten.
In gut erschlossenen Gebieten in Kaliforniens oder auch in Las Vegas oder
in Flagstaff hingegen funktionieren die mitgebrachten Triband Handys
einwandfrei. Zurück zum heutigen Tag. Irgendwann um die Mittagszeit - die Wolkendecke hat sich in der Zwischenzeit aufgelockert - starten wir mit einem Jeep in Richtung Antelope Canyon. Nach kurzer Zeit verlassen wir die Strasse und lassen uns durch ein ausgetrocknetes, staubiges Flussbett im Indianerland schütteln. Der Führer, der so was ähnliches wie Deutsch spricht, ist ein fröhlicher und sympathischer Kerl. Am Eingang des Canyons angekommen, durchqueren wir zufuss den schmalen und häufig auch dunklen Canyon. Beruhigend, dass jeweils morgens, bevor die erst Gruppe durchgeht, die etwa 80 Meter lange Schlucht nach Klapperschlangen abgesucht wird. |
![]() zwei Fremdbilder |
| Der
Canyon mit dem berühmten "Korkenzieher" lockt
viele Fotografen an. Auch wir drängen uns im schmalen Canyon an
einigen Stativen vorbei. Das natürliche Lichtspiel ist wirklich unglaublich spannend.
Je nach Sonnenstand fällt das Licht sehr unterschiedlich ein. Die Wände sind aus Sandstein und deshalb relativ weich und verletzlich. Die Führer geben Acht, dass keine Dummköpfe ihre Namen in die Wand ritzen. Der Guide erzählte uns viele interessante Stories: So kann sich etwa bei Regen der Canyon vollständig mit Wasser füllen, oder es gibt nach starken Regenfällen Sturzfluten (Saxetbach), die durch die Schlucht donnern und leider auch schon einige Menschenleben unvorsichtiger Besucher gefordert haben. Glücklicherweise haben wir heute inzwischen wunderschönes Wetter. Nach etwa 80 Meter gelangen wir wieder ins Freie. Es ist erneut sehr warm geworden. Die Kinder erfreuen sich am Sand. Hier lassen sich auch ein paar grosse Steinbrocken, die ihre Versteinerung noch nicht ganz abgeschlossen haben, zermalmen. Eigentlich nur gepresster Sand denkt man. Wir gehen zurück zum Jeep und wir verlassen damit den Canyon. Bei der Post entledigen wir uns den am Morgen geschriebenen Ansichtskarten. Wie werden unsere Freunde staunen, wenn sie erfahren, dass wir in Amerika sind "smile". Anschliessend besuchen wir einen der wohl am schönsten gelegenen McDonalds, ..... ![]() ..... mit Blick auf den Glenn Canyon Damm und den Lake Powell. Wir sitzen draussen, obwohl es uns beinahe die Burger wegbläst. Schön, aber windig. Oder schön windig. Zurück am Lake Powell gehen die Kinder baden, obschon die Wasser- und Lufttemperatur nicht zwingend dazu einladen. Dann wird noch grosse Wäsche gemacht, etwas gegessen und anschliessend lange "UNO" gespielt. Ich weiss nicht recht, ob ich erwähnen soll, dass ich das Spiel gewonnen habe - übrigens zum ersten Mal. |
| Betreffend dem
Baden: Im
Reiseführer ist über das Wetter am Lake Powell folgendes zu
lesen: September is the ideal month for travel to Lake Powell as the air temperature has cooled off a bit, yet the water is still extremely warm and the crowds have dispersed somewhat. It usually rains a great deal in September. Early October is surprisingly a great time to visit Lake Powell as long as the weather holds. The lake is relatively empty and the water is usually still warm enough for skiing Unterschrieben ! |