tagebuch
day 1

Heute Freitag, den 29. September 2000 ist es endlich soweit: Früh stehen wir am Bahnhof. Bedrückender Nebel hängt in der Luft. Wir selbst sind aber gar nicht bedrückt. Via Zürich geht es zum Flughafenbahnhof wo wir um 08.50 Uhr ankommen. Da wir schon am Vorabend eingecheckt haben, geht nun alles ganz gemütlich. Eine Schar von Verwandten verabschiedet uns so, als würden wir für 2 Jahre wegfahren. Es freut uns natürlich trotzdem. Dann gehts durch die Passkontrolle zum Gate, wo auch noch die amerikanische Behörde unsere Pässe kontrollieren will. Kurz darauf sitzen wir im vorerst nur locker belegten Flugzeug - einer MD11 der Swissair. Bald hören wir die Durchsage, dass wir auf Anschlusspassagiere aus Rom warten müssten. Na dann Prost! Nach dreiviertel Stunden sind dann alle Plätze im Flugzeug besetzt. Die nächste Durchsage ist nicht das "Ready for Take off", sondern der Hinweis, dass wir die Abflugpiste ändern müssten und dazu noch zu schwer geladen hätten. Es würden nun zuerst 3 Tonnen Fracht ausgeladen. Einige Witzbolde sagen: "Na schau, die laden unser Gepäck aus." Haha, Haha! 
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Um 11.30 Uhr starten wir mit 1 1/2 Stunden Verspätung, fliegen über Frankreich, England und Schottland nordwärts nach Island und Grönland, danach über Kanada und die USA. Weil wir mit der Zeit fliegen, bleibt es draussen immer hell.
Dass diese Route tatsächlich der kürzeste Weg und nicht nur mit dem Jetstream zu tun habe, versichert mir auf dem Rückflug unser Nachbar und Pilot Ralph. Auf dem Atlas sieht es aus als wäre es ein riesiger Umweg.

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In der Luft vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen, Essen, Trinken, Plaudern, und es werden uns einige Filme gezeigt, unter anderen "Erin Brockovitsch". Etwas erstaunt stellen wir fest, dass auch die Kinder dank Game Boy & Co. locker durchhalten. Mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung landen wir nach 14 Uhr Ortszeit (23 Uhr Heimzeit) auf dem Flughafen in Los Angeles.

Kaum aus dem Flugzeug geschält werden wir von hübschen Hunden beschnuppert und bewegen unsere steifen Knochen und müden Muskeln zur gefürchteten Immigration. In vielen Reiseprospekten wird auf diesen langatmigen Prozess hingewiesen. Lästig, wenn man so müde ist. Aber nichts dergleichen. Fünf Minuten in der Reihe stehen, zwei Minuten "small talk" mit dem Beamten, zwei Minuten Papierkram und alles ist erledigt. Sind wir nicht einfach begnadete Glückskinder? Nun noch zur Gepäckshalle und der Urlaub ist richtig lanciert. Denkste! Viele hübsche Koffer und Taschen, grosse und kleine, blaue, grüne, schwarze und braune, aber leider nicht unsere. Wir hoffen, diese auf einem anderen Band zu finden, doch wird mir als Vielflieger sofort klar, dass unser Gepäck irgendwo auf dieser Welt, aber bestimmt nicht in dieser Halle ist. Der Witz einiger Passagiere vor dem Abflug bekommt eine ganz neue Bedeutung.
Es stellt sich dann heraus, dass etwa 10 Paare oder Familien ohne Gepäck dastehen. Also gehen wir gemeinsam zum "Lost and Found" um das Nötige zu veranlassen. Wir rechnen damit, dass unser Gepäck mit dem Flug am nächsten Tag eintreffen und deshalb unser Reiseprogramm nicht durcheinander gebracht wird. Das Tolle daran ist aber, dass wir nichts rumschleppen müssen und ganz unbeschwert zum Hotel "shuttlen" können.  
Dort angekommen, ist unser Zimmer leider noch nicht bereit. Also trinken wir vorerst ein Sprite mit 30 Eiswürfeln. Langsam werden wir und vor allem die Kinder echt müde. Zu Hause ist es nun nachts um halb zwei. Wir beziehen unser Zimmer und würden uns am liebsten hingelegen, doch es ist ja erst fünf Uhr nachmittags. Wir machen einen kleinen Spaziergang und essen ein paar Frites. Um viertel nach sieben ist es dann soweit: Wir legen uns hin und schlafen auf der Stelle ein. Tiefschlaf! Nach 15 Minuten sind wir alle wieder wach - das Telefon läutet. Der Concierge, dem wir zuvor mit sorgenvollem Gesicht unser "Missgeschick" erzählt haben, teilt mit fröhlicher Stimme mit, dass unser Gepäck nun doch noch angekommen sei. Nach dieser positiven Nachricht - zur falschen Zeit - kann uns nichts mehr am Schlafen hindern.
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Eingangshalle des Hilton Lax-Airport
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