Insel Haholmen an der Atlantikstrasse

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Saebo & Norangsdalen 
Reiseziel in Fjord Norwegen!

Skitouren / Wandern

Kobler & Partner in Bern bietet einmal jährlich eine spezielle Skitour mit Unterkunft auf einer Segeljacht an. 

Der Tages-Anzeiger Zürich hat darüber folgende Reportage veröffentlicht: © SonntagsZeitung; 2002-01-13; Seite 91

Ski ahoi!

Eine Segeljacht bringt in Norwegen Skitourenfahrer in abgelegene, tief verschneite Fjorde.

Skipper Kurt Kvalsund verabschiedet sich von uns mit einem besorgten «Take care». Etwas schlaftrunken und mit geschulterten Skis balanciert die achtköpfige Gruppe über die wacklige Planke, die von Bord führt.

In Norwegens Fjordland ist der Wasserweg die zentrale Verkehrsader. Hier fährt man mit dem Schiff zum Einkaufen, der Briefträger bringt die Post, die Molkerei holt die Milch ab. Für die Bevölkerung ist der Wasserweg lebenswichtig, für unsere Skitourengruppe eine einmalige Attraktion: Dank dem Zweimaster «Lea Kristina», einer fünfzehn Meter langen Segeljacht, gelangen wir zu den einzigartigen, wilden Skigipfeln im Hjørundefjord.

Heute liegt das Schiff im kleinen Hafen von Sæbø. Das 600-Seelen-Dorf ist der Hauptort der Gegend am dreissig Kilometer langen Meeresarm, der eingefasst ist von spektakulären, über tausend Meter hohen Steilwänden und Eisgipfeln. Es ist ruhig hier. Nur selten verirren sich Touristen in die kleinen Dörfer und Weiler. Für Kreuzfahrtschiffe fehlt die notwendige Infrastruktur.

Das heutige Tourenziel der Gruppe ist der Skårasalen. Der 1500 Meter hohe Gipfel ragt direkt, senkrecht und felsig aus dem Wasser über Sæbø. Von dieser Seite scheint er vielmehr ein Kletterziel als Skiberg zu sein. So gesehen ist des Skippers Besorgnis verständlich, obwohl dem bärtigen Seebären Furcht fremd sein sollte. Ununterbrochen fährt er zur See, ist Wind und Wetter ausgesetzt und hat als Matrose auf Versorgungsschiffen von Erdölplattformen in der Nordsee oder als Skipper der «Lea Kristina» schon manch gefährliche Situation gemeistert.

Die vom Schweizer Bergführer Ruedi Kellerhals geleitete Gruppe besteht ausschliesslich aus routinierten Skitouristen. Für sie zählt nur das Abenteuer in einer unberührten Winterlandschaft. Der stundenlange Aufstieg mit Ski und Fellen ist ebenso attraktiv wie die Abfahrt durch knietiefen Pulverschnee oder zischenden Sulz. Und Bergprofi Kellerhals, der diese Reise für seine Bergsteigerschule zum vierten Mal durchführt, bietet seinen Kunden ein anspruchsvolles Programm. Die kurze Nachmittags-Eingehtour am Tag zuvor über einen frisch verschneiten und wunderbar steilen Bergrücken war eine viel versprechende Kostprobe.

Während in anderen Jahren die Schneegrenze auch schon bis an den Meeresspiegel reichte und direkt vom Landesteg mit den Skis an den Füssen losgewandert werden konnte, ist es dieses Frühjahr anders. Der erste Schnee liegt einige hundert Meter höher als sonst. Um das Skitragen zu ersparen, organisiert der Bergführer für jeden Tag ein anderes Transportmittel. So werden die ersten Höhenmeter auf der Heckschaufel eines Traktors überwunden, im Privatwagen eines Bauern oder wie hier in Sæbø mit dem Schulbus. Der wortkarge Chauffeur fährt die Gruppe mit dem klapprigen Gefährt zur anderen Seite des Berges. So felsig und abweisend der Skårasalen vorhin schien, so skifreundlich zeigt er sich auf der Kehrseite.

Die Topografie ist alpin, die Berge aber höchstens 1600 Meter hoch

Nachdem die Felle auf den Skis kleben, folgt unsere Spur zuerst einem tief verschneiten Fahrweg in ein vor Urzeiten von einem Gletscher rundgeschliffenes Tal. Der Bergführer zweigt plötzlich ab. Vorbei an immer kleiner werdenden Birken legt er Spitzkehre um Spitzkehre in die weiten Hänge. Während er die Spur in die mal pulvrige, mal harstige Schneeoberfläche tritt, geraten seine Touristen in den für Skibergsteiger so typischen Rhythmus. Im gemächlichen Trott gleiten die Skis durch die Spur. Vergessen sind der auf die Schultern drückende Rucksack, Durst und Hunger. Der Blick fixiert die Skienden des Vordermanns oder schweift in die Ferne zu den Gipfeln am Horizont. Einige von ihnen sind spitz und felsig. Auf anderen thront eine dicke Eiskappe. Die Topografie ist überraschend alpin. Mit dem Unterschied, dass die Berge hier statt 4000 Meter höchstens 1600 Meter hoch sind und man abgesehen von vereinzelten Holzhüttchen und seltenen, teilweise vom Wind bereits wieder zugeblasenen, alten Skispuren keine weiteren Zeugnisse der Zivilisation entdeckt.

Die nächste Spitzkehre. Diesmal in Richtung Horizont. Der Hang weicht zurück. Weiter enfernte Bergketten tauchen auf, und plötzlich strahlt uns smaragdgrün bis himmelblau der Fjord aus der Tiefe entgegen. Noch gehts einige Meter über den Schlusshang, bis wir uns zum erfolgreichen Gipfelsturm gratulieren können. Von hier aus sehen wir die anderen Gipfelziele, die wir im Verlaufe der Woche anstreben werden, etwa den Gjördalstinden mit seiner unglaublich steilen Abfahrt oder den Doppelgipfel des Risenosa.

Zurück auf dem Schiff: Sachte und einschläfernd schlagen die Wellen an die Bordwand. Ich döse auf meiner Koje in der Viererkajüte. Die «Lea Kristina» bietet erstaunlich viel Platz und Komfort. Auch auf eine Dusche nach der Tour muss man nicht verzichten.

Ein leises Klirren unterbricht den Wellenschlag. Dünne Eisschollen, denke ich, und ziehe den Schlafsack bis zur Nasenspitze hoch. Was gibt es Schöneres, als einen Nachmittagsschlaf nach einer anstrengenden Tour? Ich schliesse die Augen und sehe sie nochmals vor mir, die unvergessliche Abfahrt durch das steile, schattige Tal direkt hinunter in eine kleine Bucht, in der die «Lea Kristina» mit gehissten Segeln wartete. Der Sprung über die Wechte in den unverspurten Hang voller Pulverschnee - welch ein Hochgefühl! Die Jauchzer wurden von Kurve zu Kurve lauter. Wir tanzten durch den Schnee, carvten mit hoher Geschwindigkeit durch Rinnen und folgten Kuppen, bis wir atemlos die Schneegrenze erreichten. Der abenteuerlichen Wanderung über Stock und Stein zum Schiff folgte Kurts Smørbrøds: weisses Toastbrot, bestrichen mit Mayonnaise und Zentimeter dick belegt mit Crevetten, Rauchlachs und Eiern. Leckerbissen, serviert während einer Flaute auf dem Deck, mitten im Fjord, unter einer für diesen Breitengrad und Jahreszeit erstaunlich wärmenden Sonne.

Am Abend tischt der Skipper Dorschfilet an einer Rahmsauce auf, Kartoffeln, reichlich Gemüse, Salat und Dessert. Dazu spendiert ein Teilnehmer den von zu Hause in den Skischuhen transportierten Rotwein. Kvalsund ist sehr aufmerksam. Sobald eine Schale leer gegessen ist, bringt er Nachschub, und wer Fisch verschmäht, kriegt ein Ersatzmenü vorgesetzt.

Anschliessend das Briefing für die Tour vom nächsten Tag, den Gjördalstinden. Aufstieg und Abfahrt werden über einen bis 40 Grad steilen, ausgesetzten Hang führen. Da der Bergführer die Lawinengefahr momentan als niedrig einstuft, wäre das Abenteuer machbar.

Auf dem Gipfel bläst am nächsten Morgen ein arktischer Sturmwind. Wer nicht aufpasst, klagt im Nu über gefühllose Finger oder weisse Frostflecken im Gesicht. Der Wind hat auch einen grossen Vorteil: Er sorgte für bestes Segelwetter. Nach der Abfahrt wurden die Skis auf dem Deck festgezurrt, und schon füllten sich die Segel. Das Schiff legte sich schief und flog über die Wellen. Ruhig, aber bestimmt sagte der Kapitän, welche Schoten wann zu ziehen waren, während er, solide wie ein Fels in der Brandung, das Schiff über den Fjord steuerte.

In dieser Woche wird an jedem Tag ein Gipfel bestiegen. Wenige Teilnehmer hatten in ihrer Skitouristenkarriere je ein so ausgefülltes Programm erlebt. Auf den letzten der 1600 Höhenmeter am Risenosa sind nicht mehr alle fit und froh um die aufmunternden Worte des Bergführers.

Auf offener See schaukelts - einige Skifahrer liegen bleich unter Deck

Die erschöpften Körper sind dankbar, dass der Skipper den letzten Tag gestaltet. Bevor er seinen Heimathafen Alesund ansteuert, eine malerische, nach einem vernichtenden Brand im Jahre 1904 im Jugendstil wieder aufgebaute Inselstadt, fährt er noch zur Insel Runde, einem der bedeutendsten Vogelschutzgebiete Skandinaviens. War im Fjord der Wellengang bescheiden, so schaukelt es hier auf offener See gewaltig. Einige Alpinisten liegen käsebleich und elend unter Deck. Die seefesten beobachten aus nächster Nähe Seehunde und die riesigen Basstölpel. Diese weissen Vögel mit einer Flügelspannweite von 1,8 Metern sind damit beschäftigt, aus Treibgut ihre Nester in die senkrechten Felsen zu bauen. Sie verteidigen dabei ihre Territorien so lauthals, dass sie damit sogar die stürmische See übertönen.

Vor dem definitiven Landgang in Alesund ist die Reihe an uns, Skipper Kurt mit einem besorgten «Take care» zu verabschieden. Wie es sich für einen Seemann gehört, wird er erst in den Morgenstunden wieder zu seinem Schiff torkeln. Dann stehen wir mit dem Gepäck am Flughafen.

Arrangements: Die Firma Kobler und Partner bietet für die Saison 2002 im Hjørundefjord wieder eine Tourenwoche mit dem Skipper Kurt Kvalesund an. Angesprochen sind einigermassen konditionsstarke Skitourenfans. Die Woche kostet Fr. 2800.-, inkl. Flug Zürich-Oslo-Alesund retour, Vollpension, Skipper und Bergführer. Daten: 23.-30. März 2002, Zusatzdatum: 16.-23. März 2002, nur über SAC für Fr. 2900.- buchbar.

Beste Reisezeit: Ende März ist für die Kombination Schiffsreise/Skitouren am besten: Die Temperaturen sind nicht mehr so arktisch, und die Tage sind etwa gleich lang wie in der Schweiz. Ausserdem liegt noch genügend Schnee.

Info und Buchen: Kobler und Partner, Seilerstrasse 24, 3011 Bern, Tel 031 381 23 33, www.kobler-partner.ch; Kurt Kvalesund, «Lea Kristina», Yacht Charter ANS, N-6090 Fosnavåg, Norway, Tel 0047 9016 0028, www.lea.no; SAC, Tel 031 370 18 18. www.sac-cas.ch

Allgemeine Infos: Norwegisches Fremdenverkehrsamt, Tel 0049 40 22 94150, www.visitnorway.com


Wandern:

Die Region um den Hjørundfjord ist ein bekannten und beliebtes Wandergebiet. Das heisst allerdings noch lange nicht, dass man auf einer Wanderung auf Gleichgesinnte trifft :-).

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