Saebo & Norangsdalen
Reiseziel in Fjord Norwegen!
Skitouren / Wandern
Kobler & Partner in Bern bietet einmal jährlich eine spezielle Skitour mit Unterkunft auf einer Segeljacht an. Es gibt verschiedene Reiseberichte der Skitouren Norwegen. Hier ein Beispiel aus dem Jahre 2009
Der Tages-Anzeiger Zürich hat
darüber folgende Reportage veröffentlicht: ©
SonntagsZeitung;
2002-01-13; Seite 91
Ski
ahoi!
Eine
Segeljacht bringt in Norwegen Skitourenfahrer in abgelegene, tief
verschneite Fjorde
Skipper Kurt
Kvalsund verabschiedet sich von uns mit einem besorgten «Take care».
Etwas schlaftrunken und mit geschulterten Skis
balanciert die achtköpfige Gruppe über die wacklige Planke, die von Bord
führt.
In Norwegens
Fjordland ist der Wasserweg die zentrale Verkehrsader. Hier fährt man mit
dem Schiff zum Einkaufen, der Briefträger bringt die Post, die Molkerei
holt die Milch ab. Für die Bevölkerung ist der Wasserweg lebenswichtig,
für unsere Skitourengruppe eine einmalige Attraktion: Dank dem Zweimaster
«Lea Kristina», einer fünfzehn Meter langen Segeljacht, gelangen wir zu
den einzigartigen, wilden Skigipfeln im Hjørundefjord.
Heute liegt das
Schiff im kleinen Hafen von Sæbø. Das 600-Seelen-Dorf ist der Hauptort
der Gegend am dreissig Kilometer langen Meeresarm, der eingefasst ist von
spektakulären, über tausend Meter hohen Steilwänden und Eisgipfeln. Es
ist ruhig hier. Nur selten verirren sich Touristen in die kleinen Dörfer
und Weiler. Für Kreuzfahrtschiffe fehlt die notwendige Infrastruktur.
Das heutige
Tourenziel der Gruppe ist der Skårasalen. Der 1500 Meter hohe Gipfel ragt
direkt, senkrecht und felsig aus dem Wasser über Sæbø. Von dieser Seite
scheint er vielmehr ein Kletterziel als Skiberg zu sein. So gesehen ist
des Skippers Besorgnis verständlich, obwohl dem bärtigen Seebären
Furcht fremd sein sollte. Ununterbrochen fährt er zur See, ist Wind und
Wetter ausgesetzt und hat als Matrose auf Versorgungsschiffen von Erdölplattformen
in der Nordsee oder als Skipper der «Lea Kristina» schon manch gefährliche
Situation gemeistert.
Die vom Schweizer
Bergführer Ruedi Kellerhals geleitete Gruppe besteht ausschliesslich aus
routinierten Skitouristen. Für sie zählt nur das Abenteuer in einer
unberührten Winterlandschaft. Der stundenlange Aufstieg mit Ski und Fellen ist ebenso attraktiv wie die Abfahrt durch
knietiefen Pulverschnee oder zischenden Sulz. Und Bergprofi Kellerhals,
der diese Reise für seine Bergsteigerschule zum vierten Mal durchführt,
bietet seinen Kunden ein anspruchsvolles Programm. Die kurze
Nachmittags-Eingehtour am Tag zuvor über einen frisch verschneiten und
wunderbar steilen Bergrücken war eine viel versprechende Kostprobe.
Während in
anderen Jahren die Schneegrenze auch schon bis an den Meeresspiegel
reichte und direkt vom Landesteg mit den Skis
an den Füssen losgewandert werden konnte, ist es dieses Frühjahr anders.
Der erste Schnee liegt einige hundert Meter höher als sonst. Um das
Skitragen zu ersparen, organisiert der Bergführer für jeden Tag ein
anderes Transportmittel. So werden die ersten Höhenmeter auf der
Heckschaufel eines Traktors überwunden, im Privatwagen eines Bauern oder
wie hier in Sæbø mit dem Schulbus. Der wortkarge Chauffeur fährt die
Gruppe mit dem klapprigen Gefährt zur anderen Seite des Berges. So felsig
und abweisend der Skårasalen vorhin schien, so skifreundlich zeigt er
sich auf der Kehrseite.
Die
Topografie ist alpin, die Berge aber höchstens 1600 Meter hoch
Nachdem die Felle
auf den Skis kleben, folgt
unsere Spur zuerst einem tief verschneiten Fahrweg in ein vor Urzeiten von
einem Gletscher rundgeschliffenes Tal. Der Bergführer zweigt plötzlich
ab. Vorbei an immer kleiner werdenden Birken legt er Spitzkehre um
Spitzkehre in die weiten Hänge. Während er die Spur in die mal pulvrige,
mal harstige Schneeoberfläche tritt, geraten seine Touristen in den für
Skibergsteiger so typischen Rhythmus. Im gemächlichen Trott gleiten die Skis
durch die Spur. Vergessen sind der auf die Schultern drückende Rucksack,
Durst und Hunger. Der Blick fixiert die Skienden des Vordermanns oder
schweift in die Ferne zu den Gipfeln am Horizont. Einige von ihnen sind
spitz und felsig. Auf anderen thront eine dicke Eiskappe. Die Topografie
ist überraschend alpin. Mit dem Unterschied, dass die Berge hier statt
4000 Meter höchstens 1600 Meter hoch sind und man abgesehen von
vereinzelten Holzhüttchen und seltenen, teilweise vom Wind bereits wieder
zugeblasenen, alten Skispuren keine weiteren Zeugnisse der Zivilisation
entdeckt.
Die nächste
Spitzkehre. Diesmal in Richtung Horizont. Der Hang weicht zurück. Weiter
enfernte Bergketten tauchen auf, und plötzlich strahlt uns smaragdgrün
bis himmelblau der Fjord aus der Tiefe entgegen. Noch gehts einige Meter
über den Schlusshang, bis wir uns zum erfolgreichen Gipfelsturm
gratulieren können. Von hier aus sehen wir die anderen Gipfelziele, die
wir im Verlaufe der Woche anstreben werden, etwa den Gjördalstinden mit
seiner unglaublich steilen Abfahrt oder den Doppelgipfel des Risenosa.
Zurück auf dem
Schiff: Sachte und einschläfernd schlagen die Wellen an die Bordwand. Ich
döse auf meiner Koje in der Viererkajüte. Die «Lea Kristina» bietet
erstaunlich viel Platz und Komfort. Auch auf eine Dusche nach der Tour
muss man nicht verzichten.
Ein leises Klirren
unterbricht den Wellenschlag. Dünne Eisschollen, denke ich, und ziehe den
Schlafsack bis zur Nasenspitze hoch. Was gibt es Schöneres, als einen
Nachmittagsschlaf nach einer anstrengenden Tour? Ich schliesse die Augen
und sehe sie nochmals vor mir, die unvergessliche Abfahrt durch das
steile, schattige Tal direkt hinunter in eine kleine Bucht, in der die «Lea
Kristina» mit gehissten Segeln wartete. Der Sprung über die Wechte in
den unverspurten Hang voller Pulverschnee - welch ein Hochgefühl! Die
Jauchzer wurden von Kurve zu Kurve lauter. Wir tanzten durch den Schnee,
carvten mit hoher Geschwindigkeit durch Rinnen und folgten Kuppen, bis wir
atemlos die Schneegrenze erreichten. Der abenteuerlichen Wanderung über
Stock und Stein zum Schiff folgte Kurts Smørbrøds: weisses Toastbrot,
bestrichen mit Mayonnaise und Zentimeter dick belegt mit Crevetten,
Rauchlachs und Eiern. Leckerbissen, serviert während einer Flaute auf dem
Deck, mitten im Fjord, unter einer für diesen Breitengrad und Jahreszeit
erstaunlich wärmenden Sonne.
Am Abend tischt
der Skipper Dorschfilet an einer Rahmsauce auf, Kartoffeln, reichlich Gemüse,
Salat und Dessert. Dazu spendiert ein Teilnehmer den von zu Hause in den
Skischuhen transportierten Rotwein. Kvalsund ist sehr aufmerksam. Sobald
eine Schale leer gegessen ist, bringt er Nachschub, und wer Fisch verschmäht,
kriegt ein Ersatzmenü vorgesetzt.
Anschliessend das
Briefing für die Tour vom nächsten Tag, den Gjördalstinden. Aufstieg
und Abfahrt werden über einen bis 40 Grad steilen, ausgesetzten Hang führen.
Da der Bergführer die Lawinengefahr momentan als niedrig einstuft, wäre
das Abenteuer machbar.
Auf dem Gipfel bläst
am nächsten Morgen ein arktischer Sturmwind. Wer nicht aufpasst, klagt im
Nu über gefühllose Finger oder weisse Frostflecken im Gesicht. Der Wind
hat auch einen grossen Vorteil: Er sorgte für bestes Segelwetter. Nach
der Abfahrt wurden die Skis
auf dem Deck festgezurrt, und schon füllten sich die Segel. Das Schiff
legte sich schief und flog über die Wellen. Ruhig, aber bestimmt sagte
der Kapitän, welche Schoten wann zu ziehen waren, während er, solide wie
ein Fels in der Brandung, das Schiff über den Fjord steuerte.
In dieser Woche
wird an jedem Tag ein Gipfel bestiegen. Wenige Teilnehmer hatten in ihrer
Skitouristenkarriere je ein so ausgefülltes Programm erlebt. Auf den
letzten der 1600 Höhenmeter am Risenosa sind nicht mehr alle fit und froh
um die aufmunternden Worte des Bergführers.
Auf
offener See schaukelts - einige Skifahrer liegen bleich unter Deck
Die erschöpften Körper
sind dankbar, dass der Skipper den letzten Tag gestaltet. Bevor er seinen
Heimathafen Alesund ansteuert, eine malerische, nach einem vernichtenden
Brand im Jahre 1904 im Jugendstil wieder aufgebaute Inselstadt, fährt er
noch zur Insel Runde, einem der bedeutendsten Vogelschutzgebiete
Skandinaviens. War im Fjord der Wellengang bescheiden, so schaukelt es
hier auf offener See gewaltig. Einige Alpinisten liegen käsebleich und
elend unter Deck. Die seefesten beobachten aus nächster Nähe Seehunde
und die riesigen Basstölpel. Diese weissen Vögel mit einer Flügelspannweite
von 1,8 Metern sind damit beschäftigt, aus Treibgut ihre Nester in die
senkrechten Felsen zu bauen. Sie verteidigen dabei ihre Territorien so
lauthals, dass sie damit sogar die stürmische See übertönen.
Vor dem
definitiven Landgang in Alesund ist die Reihe an uns, Skipper Kurt mit
einem besorgten «Take care» zu verabschieden. Wie es sich für einen
Seemann gehört, wird er erst in den Morgenstunden wieder zu seinem Schiff
torkeln. Dann stehen wir mit dem Gepäck am Flughafen.
Arrangements: Die
Firma Kobler und Partner bietet für die Saison 2002 im Hjørundefjord
wieder eine Tourenwoche mit dem Skipper Kurt Kvalesund an. Angesprochen
sind einigermassen konditionsstarke Skitourenfans. Die Woche kostet Fr.
2800.-, inkl. Flug Zürich-Oslo-Alesund retour, Vollpension, Skipper und
Bergführer. Daten: 23.-30. März 2002, Zusatzdatum: 16.-23. März 2002,
nur über SAC für Fr. 2900.- buchbar.
Beste Reisezeit:
Ende März ist für die Kombination Schiffsreise/Skitouren am besten: Die
Temperaturen sind nicht mehr so arktisch, und die Tage sind etwa gleich
lang wie in der Schweiz. Ausserdem liegt noch genügend Schnee.
Info und Buchen:
Kobler und Partner, Seilerstrasse 24, 3011 Bern, Tel 031 381 23 33, www.kobler-partner.ch; Kurt
Kvalesund, «Lea Kristina», Yacht Charter
ANS, N-6090 Fosnavåg, Norway, Tel 0047 9016 0028, www.lea.no; SAC, Tel
031 370 18 18. www.sac-cas.ch
Allgemeine Infos:
Norwegisches Fremdenverkehrsamt, Tel 0049 40 22 94150, www.visitnorway.com
Es gibt verschiedene Reiseberichte der Skitouren Norwegen. Hier ein Beispiel aus dem Jahre 2009
Wandern:
Die Region um den Hjørundfjord ist ein bekannten und beliebtes Wandergebiet. Das heisst allerdings noch lange nicht, dass man auf einer Wanderung auf Gleichgesinnte trifft :-).
Hier geht es weiter: Klicke auf das bevorzugte Interessengebiet
Anfahrt/Fähren Hauptseite Saebo Campingplatz
Norangsdalen das schönste Tal im Fjordland
Buche deine Hotels (mit Bestpreisgarantie!) direkt über den Link unten auf dieser Seite. Ich erhalte dann ein paar Franken zum Unterhalt dieser Webseite. Danke :-)
