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Norwegen von A-Z 

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Wirtschaft

Norwegen macht weniger als 0.1 Prozent der Weltbevölkerung aus - in dieser Hinsicht ist Norwegen also ein kleines Land. Doch Norwegens wirtschaftliche Bedeutung ist größer, als man aufgrund der Bevölkerungszahl annehmen würde. Gemäß der WTO-Statistiken aus dem Jahr 2002 rangierte Norwegen auf Platz 27 bei den Warenexporten und auf Platz 32 bei den Importen. Seit Jahren befindet sich die Wirtschaft Norwegens in einem positiven Trend. Das Wachstum ist wesentlich höher als sonst in Europa. Die Arbeitslosigkeit ist tief und die Preise sind relativ stabil. Der öffentliche Haushalt verbucht einen bedeutenden Überschuss, und auch ohne die Einnahmen aus der Erdölförderung ist die Bilanz nahezu ausgeglichen. Selbst niedrige Erdölpreise können die wirtschaftliche Lage Norwegens nicht erschüttern.

Die Einnahmen des norwegischen Staates aus dem Erdöl- und Erdgasbereich fliessen zugunsten kommender Generationen in einen staatlichen Pensionsfonds. Dieser Fonds legt diese Mittel wiederum langfristig an und trägt so zur Finanzierung investitionswürdiger Unternehmen in der ganzen Welt bei. Offenheit und ethische Kriterien spielen bei diesen Investitionen eine zentrale Rolle.

Die Erdöl- und Erdgasförderung im norwegischen Sektor der Nordsee ist für den Staat sehr lukrativ. Ein großer Teil der Einnahmen wird im Staatlichen Pensionsfonds – Ausland langfristig gespart, indem die Mittel in börsennotierte Unternehmen und Schuldverschreibungen im In- und Ausland investiert werden. Dieser „Ölfonds“, wie er im Volksmund kurz genannt wird, hat auf dem globalen Aktienmarkt Besitzanteile von durchschnittlich einem Prozent. Dies bedeutet, dass der Fonds sich das Recht gesichert hat, von einem erheblichen Anteil künftiger Unternehmensgewinne zu profitieren.

Nur die Rendite wird ausgegeben! Es wurde beschlossen, von den Erdöl- und Erdgaseinnahmen im Laufe der Zeit nicht mehr als die durchschnittlichen tatsächlichen Jahreserträge des Fonds – schätzungsweise 4 Prozent – auszugeben. Somit haben kurzfristige Änderungen der Erdöl- und Erdgaspreise nur eine geringe Bedeutung für die Haushaltspolitik.

Unter den Fonds mit einem einzigen Eigentümer ist der norwegische Ölfonds weltweit der zweitgrößte. Der Wert des Fonds belief sich Ende des zweiten Quartals 2010 auf 2 792 Milliarden norwegische Kronen.


öl-plattform norwegen
Die Rohstoffe des Landes waren schon immer die wichtigste Grundlage seines Verarbeitenden Gewerbes. Natürliche Gegebenheiten wie Wasser-, Wald- und Fischressourcen sowie die Erdölvorkommen sind bis heute strukturbildend für die Industrie. Das zeigt sich an dem wichtigen Beitrag, den energieintensive Wirtschaftszweige wie die Metallerzeugung, die chemische Industrie und die Holzverarbeitung (Möbel) zur Aussenwirtschaft leisten. Weitere bedeutende Sektoren sind der Schiff- und Plattformbau und die Erzeugung elektrischer und elektronischer Artikel für den Maschinenbau. In der Vergangenheit war der heimische Markt der wichtigste Absatzmarkt. Doch als die Flaute in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre die inländische Nachfrage zum Erliegen brachte, richtete die Schiffbauindustrie ihr Augenmerk auf den Aussenmarkt. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts ist so der Anteil der Investitionsgüter an der Ausfuhr um ein Drittel auf über 50 Prozent gestiegen.

Nachdem gegen Ende der 1960er Jahre im norwegischen Festlandsockel Erdöl gefunden worden war, bekam der sich herausbildende Erdölsektor eine zunehmende Bedeutung für die Entwicklung der Wirtschaft. Ab 1970 kam die Erdölförderung in Gang, deren Umfang seither ständig zugenommen hat. 

Fischerei: Die Fischindustrie ist das Rückgrat der norwegischen Küstengebiete. Fischerei, Aquakultur und Fischverarbeitung bieten für mehr als 30.000 Menschen Beschäftigung. Der jährliche Exportwert von Fisch und Fischprodukten liegt bei ca. NOK 30 Milliarden, was diesen Bereich zu einem der größten des norwegischen Exportsektors macht. Somit ist es für Norwegen von entscheidender Bedeutung, das intakte Management der lebenden Meeresressourcen zu sichern.

Internationales Managementsystem
Der größte Anteil des norwegischen Fischfangs findet in der norwegischen Außenwirtschaftszone (AWZ) statt. Zusammen mit dem Fischschutzgebiet um Svalbard (Spitzbergen) und der Fischereizone um Jan Mayen umfassen die Gewässer des norwegischen Einflussbereichs eine Fläche von ca. 2 Millionen km². Die meisten der von Norwegen bewirtschafteten Fischbestände werden mit anderen Ländern geteilt. Somit ist die Zusammenarbeit in Bezug auf das Management der Bestände unverzichtbar. Norwegen hat mit benachbarten Ländern eine Reihe von Übereinkünften getroffen, in denen die Parteien regelmäßigen Treffen zugestimmt haben, um über das Managementsystem und die Verteilung der Quoten zu entscheiden.

Die wichtigsten Übereinkünfte wurden mit Russland und der EU getroffen. Außerdem sind die Küstenstaaten des Nordost-Atlantiks im Hinblick auf den norwegischen Atlantikhering und die Makrele zu Übereinkünften gekommen. Der Fischfang in den Gebieten außerhalb der nationalen Wirtschaftszonen wird von der Nordost-Atlantischen Fischereikommission (NEAFC) in Zusammenarbeit mit den Küstenstaaten geregelt.

Die Robbenbestände im Osteis werden von der Norwegisch-Russischen Fischereikommission verwaltet. Die Kommission für Meeressäuger des Nordatlantiks (NAMMCO) ist ein Kooperationsforum für Erhaltung, Management und Beobachtung von Meeressäugern im Allgemeinen. Die Bewirtschaftung der Zwergwale wird unilateral von Norwegen betrieben, da die Internationale Walfangkommission (IWC) seit 1982 nicht in der Lage war, Quoten für diese Jagd festzulegen.

Nachhaltige Nutzung
Das übergeordnete Ziel des Managements der lebenden Meeresressourcen in Norwegen ist die Sicherung der nachhaltigen Nutzung, d.h. es soll gesichert werden, dass die Bewirtschaftung der Bestände ihrer Erneuerungsfähigkeit angepasst ist. Dies steht in Übereinstimmung mit internationalen Regelungen wie sie in der UN-Seekonvention von 1982, der UN-Übereinkunft über die Fischbestände von 1995 und dem FAO-Verhaltenskodex für eine verantwortungsvolle Fischerei von 1995 getroffen wurden.

Traditionell wurden Fischbestände im Hinblick auf eine einzelne Spezies verwaltet. Dennoch kann eine Spezies beträchtlichen Einfluss auf eine Reihe anderer Spezies haben: Beispielsweise ernähren sich sowohl der Dorsch als der norwegische Atlantikhering weitgehend von Lodden in der Barentzsee, und Wale und Robben verursachen Einbrüche in den Beständen verschiedener Fischarten und Organismen, von denen sie sich ernähren. Die Temperatur und andere Umweltfaktoren beeinflussen ebenfalls die Migration und Entwicklung verschiedener Bestände. Heutzutage wird zunehmend ein das Ökosystem berücksichtigender Ansatz bei der Handhabung des Fischfangs angewendet. Das heißt, dass das Management nicht nur berücksichtigt, inwieweit die Bewirtschaftung die Bestände beeinflusst, sondern auch wie die Fischerei im Allgemeinen auf die Meeresumwelt einwirkt, und welche Konsequenzen diese Veränderungen in der Meeresumwelt für die lebenden Meeresressourcen haben.

Das Fundament der norwegischen Wirtschaft ist sehr solide. Das wird auch von der guten finanziellen Lage der privaten Haushalte bestätigt. Gleichzeitig wird der Überschuss in der Leistungsbilanz weiter wachsen.

Eine aktuelle Variante:
http://www.auswaertiges-amt.de/


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