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Trinken
und Essen
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Trinken
Jeder der Finnen, Schweden oder Norweger im Sommer- oder Winterurlaub trifft, kann
feststellen, dass viele Skandinavier offensichtlich Probleme im Umgang mit dem Alkohol
haben. Wie wohl nirgendwo in Europa sind sie daheim einer massiven Bewegung gegen den
"teuflischen Alkohol" ausgesetzt. Der Ausschank alkoholischer Getränke
ist
nicht in jeder Gaststätte oder jedem Restaurant, nicht zu jeder Tageszeit und nicht an jedem
Tag gestattet. So erhält man Wein und höherprozentiges nur in den staatlich
kontrollierten Vinmonopol-Läden.
Beim Bier entscheiden die einzelnen Gemeinden über die Art und Weise des Verkaufs.
So kann der Autor aus eigener Erfahrung berichten, dass selbst an einem warmen
Sommersonntag, in einem geöffneten Supermarkt (nähe Lillehammer), es mit allem Charme
nicht möglich ist, eine einzige mickrige, kleine Bierdose an der Kassiererin
vorbeizubringen.

Ende der 60ziger
Achtung lesenswert !
Der NORWEGER und der Alkohol
Auszug aus dem Buch von Odd Børretzen "Wie man einen Norweger versteht
und benutzt"
Weil der NORWEGER 8000 Jahre lang einsam in seiner Höhle gelebt hat, gab es damals in
Norwegen keinen Absatzmarkt für die kommerzielle Schnapsherstellung. Der NORWEGER musste
sich deshalb auf diesem Gebiet selbst behelfen. Er stellte seine eigenen alkoholhaltigen
Getränke daheim in seiner Höhle her, später auf seinem Bauernhof. Er hatte jedoch nicht
gelernt, Glas und Flaschen herzustellen.Die Aufbewahrung des fertigen Produkts war deshalb
ein Problem für ihn.
Dieses Problem löste der NORWEGER, indem er alles auf einmal austrank.
Wenn er danach in den Wald ging, war er glücklich, zufrieden und der ganzen Welt
gegenüber freundlich gesinnt.Sollte er an einem solchen Tag einem Elch,einem Bären oder
etwas ähnlichem begegnen, ging er oft auf den Elch, den Bären oder was es auch war zu
und sagte beispielsweise: Du bist ein prima Kerl und machte Anstalten, dem
Tier über den Kopf zu streichen. Das Tier, das vollkommen nüchtern war, empfand die
Freundlichkeit als Bedrohung (nüchterne Tiere und Personen in Norwegen und an anderen
Orten tun das oft) und schlug in einigen Fällen den Norweger tot, oder biss ihm einen
oder mehrere Arme und Beine ab. Diese Erfahrungen haben, zusammen mit dem überlieferten
Mangel an leeren Flaschen, dazu geführt, dass der NORWEGER grossen Respekt vor dem
Zustand der Betrunkenheit hat, da er weiss, dass dieser zu Missverständnissen und
Unannehmlichkeiten im Wald führen kann und deshalb trinkt er alles heute auf, weil er
nicht weiss, ob er morgen noch leben wird. Statistisch gesehen ist der Alkoholverbrauch
des Norwegers im Vergleich zu anderen verhältnismässig gering: Der Däne trinkt laut
Statistik in einem Jahr 11 Liter Wein, 116 Liter Bier und 1,7 Liter Schnaps. Die
entsprechenden Zahlen für den Franzosen: 101, 45,2 und 3,5; für den Engländer: 5,7, 118
und 4,1; für den Deutschen: 22, 148 und 4,1. Dagegen trinkt der NORWEGER nur 3,2 Liter
Wein, 45,1 Liter Bier und 1,2 Liter Schnaps.Statistisch gesehen. Pro Jahr. Obwohl also der
Alkoholverbrauch des Norwegers einer der niedrigsten in Europa ist, kann es manchmal so
aussehen und sich anhören, als sei das nicht der Fall. Das kommt daher, weil der Däne,
der Engländer, der Franzose usw. während der gesamten statistischen Periode jeden Tag
ein bisschen trinken, während der NORWEGER aus oben genannten Gründen oft die gesamte
Statistik mit einem Mal austrinkt. Das geschieht oftmals auf der Fähre nach Dänemark
oder auf anderen Reisen ins Ausland. Und dann können 3,2 Liter Wein, 45,1 Liter Bier und
1,2 Liter Schnaps als mehr erscheinen, als es faktisch ist, rein statistisch. Wie in
früheren Zeiten, als der NORWEGER in betrunkenem Zustand in den Wald ging und freundlich
mit dem Bär und Elch sprach, möchte der NORWEGER heute etwas ähnliches tun. Ob er sich
nun auf der Fähre nach Dänemark oder in irgend einer anderen Stadt dieser Welt befindet:
nachdem er die Jahresstatistik getrunken hat, ist er glücklich, zufrieden und freundlich.
Dann wird er häufig auf die Tanzfläche oder auf die Strasse gehen und zu allen, die er
trifft, sagen: «Hallo, hallo ihr!» und Anstalten machen, ihnen über den Kopf oder
andere Stellen zu streichen.Viele Ausländer missverstehen das wie früher die Elche und
Bären und empfinden den Norweger als bedrohlich und bringen ihn deshalb zum Schweigen.
Daraufhin wird der NORWEGER traurig und beginnt möglicherweise mit den Armen zu rudern.
Dabei kann er aus reiner Hilflosigkeit ungeschickt auftreten und Kellner oder anderes
umwerfen. Im betrunkenen Zustand wird der NORWEGER manchmal redselig. Dann beherrscht er
plötzlich mehrere Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch usw.), die
er sonst nicht kann. Und er löst im Laufe des Abends die meisten der Weltprobleme. Wenn
der amerikanische Präsident, der UN-Generalsekretär oder andere, die Macht und Einfluss
auf die Zukunft der Welt ausüben, einem betrunkenen Norweger zugehört und von ihm
gelernt hätten, könnte die Erde ganz anders aussehen, als sie es heute tut.
(Text Ende)
Am 25. März ist in
Norwegen "Branntweintag"
Ein (historischer) Bericht von Gerhard Eckert
Essen
Menukarte
Restaurant Lofoten, Akerbrygge, Oslo
Preise entsprechen dem Standard eines sehr guten Restaurants
Lange Zeit hatte die norwegische Küche nicht einmal den schlechten Ruf,
den man der Kochkunst der Briten nachsagt, sondern gar keinen. Die zahlreichen
Imbissbuden, Pizzerien und internationalen Restaurants im Lande lassen beim Besucher den
Eindruck entstehen, als gäbe es gar keine norwegische Küche. Dabei gehört die
norwegische Kochkunst seit einigen Jahren zu den besten der Welt, jedenfalls im Bereich
der Spitzengastronomie, ausgezeichnet mit vielen Preisen bei der Olympiade der Köche oder
mit der Goldmedaille, wie Bent Stiansen 1993 bei den Weltmeisterschaften
Der Reisende bemerkt von alledem recht wenig, wenn er eine einfache Mahlzeit zu sich
nehmen will. Vielleicht hat er in einer Gatekjokken (wörtlich: "Strassenküche"
- Cafeteria, Imbissstube) das sind Fischklösschen, in weisser Sosse gegessen oder zum
ersten Mal Stockfisch probiert, der nicht jedermanns Sache ist. In einem Land, dessen
Wirtschaft auf den Ressourcen des Meeres basiert, ist es natürlich, dass man viel Fisch
isst. Sogar die McDonald's-Kette, die weltweit ihre Einheitsgerichte anbietet, lässt in
Norwegen, dem Land des Zuchtlachs, eine besondere Variante zu: Lachsburger.
Wer also Qualität und Besonderheit der norwegischen Küche erleben und landestypisch
essen möchte, kommt an Lachs, Goldbarsch, Steinbutt, Seezunge, Dorsch, Hering, Garnelen
und Muscheln nicht vorbei.
Auf dem Fischmarkt fangfrisch gekauft oder selbst gefangen und zubereitet, sind die
Meeresprodukte schon wegen ihres vorzüglichen Eigengeschmacks Spezialitäten. Neben
vielen anderen Fischgerichten ist norwegischer Lachs, gekocht, geräuchert, gebraten oder
gebeizt, inzwischen dank Fischzucht zu erschwinglichen Preisen zu haben. Empfehlenswert
ist der gravet laks, ein mindestens zwei Tage in eine Beize aus Salz, Pfeffer, Zucker und
Dill eingelegte Köstlichkeit. Nicht zu vergleichen mit artverwandten Meeresfrüchten
südlicher Länder sind die schmackhaften, grossen und gesunden reker, Garnelen, die in
Gewässern leben, in denen die Wassertemperatur nicht über +8'C liegt. Auf den
Speisekarten mancher Restaurants wird reker gelegentlich falsch mit "Krabben"
übersetzt. Norweger treffen sich schon einmal zu einem rekekveld, einem Gamelenabend, bei
dem die reker am Tisch geschält und mit Butter auf Weissbrot oder Toast und Zitrone
gegessen werden.
Nicht zu
vergessen die aussergewöhnlichen Stockfische.
In Cafeterias gibt es Garnelen oft auf Sandwiches oder in vielen Salaten. Eine
Besonderheit sind auch die Variationen marinierter Heringe, mal in Senf-Sauce oder
süss-sauer zubereitet. Sie fehlen auf keinem Buffet und werden bereits zum Frühstück
(frokost) angeboten, das in der Regel im Preis für die Übernachtung eingeschlossen ist.
Wer hier seine ersten kulinarischen Norwegen-Erfahrungen macht, wird angenehm überrascht
sein über ein Buffet, das mit einem kontinentalen Frühstück nicht zu vergleichen ist.
Da gibt es Butter, Margarine, Marmeladen, Honig, verschiedene Brotsorten und Brötchen,
Cornflakes, Müsli, Joghurt, Fleischscheiben, Schinken und Wurst, verschiedene
Käsesorten, Eier, Fischbeilagen, Frikadellen, manchmal auch noch Hefeteilchen sowie
Kaffe, Tee, Milch und Orangensaft.
Angesichts eines solchen Frühstücks wird verständlich, dass man im normalen
norwegischen Alltag zu Mittag (lunch/lunsj)meist nur ein Brot oder eine Kleinigkeit isst.
Das Abendessen (middag) wird früh eingenommen, oft zwischen 17.00-18.00 Uhr, so dass im
Sommer die langen, hellen Abende für Spaziergänge, Angeltouren oder Besuche im
Sommerhäuschen genutzt werden. Gegen 21.00 Uhr oder auch später nimmt man dann noch ein
Abendbrot ein, das aftensmat, manchmal auch aus Kaffee und Kuchen bestehend.
Einige der traditionellen Gerichte und Spezialitäten des Landes sind allerdings für
Kontinentaleuropäer etwas gewöhnungsbedürftig. Dazu gehört wohl
Rommegrot, eine Art
gelber Brei, gekocht aus dickem Sauerrahm und weissem Mehl oder Gries, serviert mit
Zucker, Zimt und Butterkugel. Geradezu als Nationalgericht können Fleischklösse in
brauner Sosse (kjottkaker) gelten, genauso wie fårikål, das sind Lammfleischscheiben mit
Kohl gekocht.
Da im Norden mit Hafer und Gerste überwiegend Getreidearten angebaut wurden, die sich
nicht zur Herstellung von Hefebroten eigneten, gab es diese nur zu besonderen festlichen
Anlässen. Üblich war das Flatbrod, ein dünnes, hartes, haltbares Fladenbrot. Lefse
hingegen ist ein weiches Fladenbrot aus Kartoffeln und Mehl, das die Norweger mit Butter
bestreichen, mit kleingeschnittenen Fleischklösschen füllen und wie eine Wurst
zusammenrollen.
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