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Kunst & Kultur

"Der Schrei"
Edvard Munch
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Maler
Erste Zeugnisse der bildenden Kunst in Norwegen sind die Felszeichnungen
die in zwei Kategorien eingeteilt werden: die steinzeitliche Jägerkunst und die
bronzezeitliche Bauernkunst. Die ältesten Malereien stellen Jagdwild dar, Hirsche, Elche
und Renntiere. In der Bronzezeit sind Spiral- und Kreismuster häufig, in der Eisenzeit
wieder eher Gegenstände wie Schiffe, Wagen und Werkzeuge. Die relativ primitiven und
abstrakten Malereien sind in Zusammenhang mit religiösen Kulthandlungen zu sehen. Es geht
dabei wohl um Jagdglück, um Fruchtbarkeit und um Schutz für die Fischer. Die schönsten
und grössten Felsmalereien sind bei Maløy (Vingen) und in Ausevik bei Florø zu finden.
Jahrhunderte lang gab es keine eigenständige norwegische Kunst. In der Zeit der Hanse
waren es vor allem die Werke ausländischer Künstler, mit denen die Kirchen ausgestattet
wurden. Im 17. Jahrhundert machten insbesondere zwei deutsche Maler von sich reden, deren
Altarbilder und Porträts Kirchen Westnorwegens schmücken. Es handelt sich um den in
Neustadt/Holstein geborene Peter Reimers. Als künstlerisch bedeutender wird der aus
Breslau stammende Maler Gottfried Hendtzschel eingeschätzt, der sich bei seinen
Altarbildern und Kreuzigungsdarstellungen oft an italienischen Vorbildern orientierte. Mit
dem Erstarken des norwegischen Nationalgefühls wuchs auch das Interesse an der eigenen
Kunst, der eigenen Geschichte und der ursprünglichen« Bauernkultur. Der Fjord, ein
Stück Natur, das keines der anderen Länder Europas zu bieten hatte, wurde zum Inbegriff
des Norwegischen. Der erste grosse Landschaftsmaler Norwegens war Johan Christian Dahl
(1788-1857) aus Bergen, der von 1818 bis zu seinem Tod als Professor an der Dresdner
Akademie in Deutschland lehrte und viele norwegische Künstler zum Studium nach Dresden
holte. in Norwegen selbst gab es weder eine Kunstakademie noch einen Kunstmarkt, der das
Auskommen eines Künstlers hätte sichern können. Und so lernten und arbeiteten bis in
die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts so gut wie alle bedeutenden norwegischen Maler im
Ausland.
Adolf Tidemand, dessen Stärke in der Genremalerei lag, und Hans Gude, der sich auf
Landschaften spezialisiert hatte, taten sich zusammen, um einige der bekanntesten
Fjordlandbilder zu malen. 1848 entstand »Brautfahrt im Hardanger«, fünf Jahre später
»Leichenzug am Sognefjord«, Gemälde, die als Höhepunkt der norwegischen
Nationalromantik gelten.

"Winter am Sognefjord" von Johan Christian Dahl, 1827
Norwegens berühmtester Maler, Edvard Munch (1863-1944). gilt als
Wegbereiter des Expressionismus in der modernen Malerei. Während seiner Kindheit erlebt
er den Tod seiner Mutter und seiner 15-jährigen Schwester Sophie, beide sterben an
Tuberkulose. Diese Schicksalsschläge und die Angst vor dem Höllenfeuer - was ihm sein
Vater predigt - prägen den jungen Munch. Er will vor allem sein eigenes Leben malen,
nachdem er seine Ingenieurausbildung abgebrochen hat. Seine Ausstellungen sind meist
kritisiert oder als Skandal dargestellt worden. 1894 entsteht "Der Schrei" sein
wohl berühmtestes Bild. Es folgen produktive Jahre, die aber von Nerven und
Alkoholproblemen begleitet werden. Munch kann sich durchsetzen und wird mehr und mehr
anerkannt und geehrt. Keine Ehre empfindet Munch als 1937 die Nazis viele seiner Werke als
"entartete Kunst" brandmarken. 1944 stirbt Edvard Munch auf seinem Hof in Ekely
bei Oslo. Seine Werke vermacht er der Stadt Oslo.
Dichter
Der Kampf der Norweger um Unabhängigkeit und nationale Selbständigkeit zu
Beginn des 19. Jahrhunderts wurde von Historikern und Dichtern unterstützt. Zur Stärkung
des nationalen Bewusstseins griffen sie auf Norwegens ruhmreiche Vergangenheit zurück und
liessen in Abhandlungen, Dramen und Erzählungen die Ideale der Sagazeit wieder aufleben.
Jørgen Moe (1813-1882) und P. Chr. Asbjørnsen (1812-1885) sammelten die norwegischen
Volksmärchen und Sagen, die sich schnell zum beliebten Lesestoff entwickelten.
Bjørnstjerne Bjørnson (1832-1910), der im Alter von 26 Jahren die Verse der norwegischen
Nationalhymne »ja, vi elsker dette landet« (ja, wir lieben dieses Land) schrieb, in dem
er vor allem Norwegens Fjordland ein Denkmal setzte, war vermutlich der
leidenschaftlichste nationale Dichter dieser Generation. Den grössten Ruhm erwarb sich
Bjørnson mit seinen Bauerngeschichten, die den Alltag der Bauern im
ausgehenden 19. Jahrhundert schildern. In diesen Geschichten findet sich eine Vielzahl ein
wenig idealisierter Details über das Leben im Fjordland: u.a. das Almwesen, die
Auswanderung nach Amerika, die sonntägliche Kirchfahrt, Hochzeitszüge und Tanz. 1903
erhielt Bjørnstjerne Bjørnson als erster Norweger den Nobelpreis für Literatur, was
seinen Dichterkollegen Henrik Ibsen zur Aussage verleitete dann gehe ich wohl leer
aus. Beide Dichter kämpften für die Befreiung des Theaters vom übermächtigen
dänischen Einfluss.
Alte
Fotografien
http://www.ub.uib.no/avdeling/billed/
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