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Flora und Fauna
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Flora
Die Pflanzenwelt ist in Norwegen wie im gesamten Nordeuropa trotz günstiger
klimatischer Verhältnisse artenarm. Der Grund liegt in den vergangenen Eiszeiten, in
denen Flora (und Fauna) teilweise zerstört wurden.
Viele Pflanzen, die im Fjordland wachsen, erreichen hier die nördlichste Grenze ihrer
Verbreitung. Charakteristisch für sie ist, dass Sie oftmals frostunempfindlich und/ oder
feuchtigkeitsliebend sind. Direkt an der felsigen Küste verhindern Wind und der Mangel an
Erdboden den Wuchs grösserer Pflanzen oder einer geschlossenen Vegetationsdecke.
Rentiermoos (siehe
auch dieses Bild)
Die Baumgrenze die im äussersten Schärenbereich um 100 Meter liegt steigt gegen
das Landesinnere auf etwa 800 Meter an. In Norwegen, insbesondere im Fjordland gedeiht die
feuchtigkeitsliebenden Fichte sowie vor allem, Birken und Kiefern. Den Nadelwäldern
vorgelagert sind Laubwälder mit Birken und Erlen, Ulmen, Eschen oder Vogelbeerbäumen. An
fruchtbaren, sonnigen Hängen blühen Meere von Eisenhut und Weidenröschen, wachsen
verschwenderisch wilde Himbeeren. Im Innern der windgeschützten Fjorde finden sich
regelrechte Klimaoasen mit ca. 170 Wachstumstagen (etwa soviel wie in Norddeutschland), in
denen neben dem Anbau von Apfel- und Kirschbäumen auch die Aufzucht von Aprikosen und
Pfirsichen möglich ist.
Oberhalb der bewaldeten Fjordhänge breitet sich das waldlose Hochfjell aus. Buschartige
Zwergbirken und Polarweiden, Flechten und Rentiermoos bestimmen die tundraartige
Landschaft, in der sich auch diverse aus den Alpen bekannte Blumen angesiedelt haben.
In feuchteren Gebieten dominieren verschiedene Wollgrasarten und Tormoos.

Hier gedeiht auch die Moltebeere, deren Frucht wie eine orange Brombeere aussieht
und die einzeln an einem Stiel wächst. Bereits die Wikinger haben diese Beere, die einen
hohen Vitamin-C-Gehalt aufweist, hoch geschätzt.
Fauna
Die wildlebenden Säugetiere Norwegens gliedern sich in eine polare und eine
mitteleuropäische Gruppe, wobei erstere hauptsächlich nördlich von Trondheim, aber auch
am Hochfjell Südnorwegens zu finden ist.

Der grösste Vertreter dieser Gruppe ist das Rentier,das als Tier des Nordens gilt
und von den Samen halbgezähmt gehalten wird. Auch der
Schneehase, der seltene Polarfuchs, der legendäre Lemming (eine 15cm grosse Wühlmaus),
der Hermelin und die fast ausgestorbenen Vielfrasse bevorzugen das Hochgebirge. Eine
besondere Faszination geht für viele vom Elch aus, der in den Wäldern
Norwegens immer häufiger vorkommt, in Küstennähe aber selten anzutreffen ist. Bären,
Luchse und Wölfe sind ausgerottet.
Durch Schutzmassnahmen hat sich hingegen der bedrohte Bestand der Biber, Ottern und
Rotfüchse etwas erholt.
Die Tierwelt im Fjord ist sehr vielseitig. Das Fjordende wo sich das Süsswasser
der Flüsse mit dem Salzwasser der Fjorde vermischt ist besiedlungsfeindlich. Nur wenige
Arten ertragen die wechselnden Salzkonzentrationen, unter Ihnen der Gemeine Seestern, die
Strandkrabbe und Miesmuschel. Am Fjordausgang findet man dagegen neben vielen Tangarten
eine reiche Kleintierwelt von Schnecken, Würmern und Krebsen. Im Schärengürtel halten
sich bevorzugt Seepocken, Napfschnecken und die Gemeine Strandschnecke auf. Die Fische
kommen mit den wechselnden Salzkonzentrationen im Fjord besser zurecht, manche von ihnen
wandern regelmässig zwischen Süss- und Salzwasser: Der Aal schwimmt zum Laichen ins
Meer, die Lachse machen es umgekehrt.
In Ålesund finden Sie das neue Aquarium,
welches auf wunderschöne Art und Weise die Lebewesen der Fjorde und der Küste aufzeigt.
Der Fischreichtum bildet die nicht nur die Lebensgrundlage für viele Menschen, sondern
auch für die Seevögel. 
Es gibt verschiedene Vogelinseln in Norwegen, die bekannteste ist die
Insel Runde in der nähe
von Ålesund.
Auf der Hochebene der Hardangervidda leben rund 20 Arten von Tundravögel wie
Ohrenlerche und Schneeammer, das Odinshühnchen, der für seine Zutraulichkeit berühmte
Mornellenregenpfeiffer und die äusserst seltene, im Winter völlig weisse Schnee-Eule.
In sumpfigen Fjellgebieten brüten die Strandläufer, am häufigsten der
Alpenstrandläufer. Auf Seen schwimmen Berg-, Trauer- und Samtente, die bei uns nur als
Wintergäste auftauchen. Die in Mitteleuropa selten gewordenen Wiesenpieper und
Steinschmätzer zählen zu den häufigsten Vogelarten im Bereich oberhalb der Baumgrenze.
Wanderfalken und Adler zeigen sich selten, doch mit etwas Glück sieht man mal einen
Stein-, See- oder Fischadler über dem Fjord kreisen.
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