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Königshaus
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Seine Majestät König Harald von Norwegen

König Harald übernahm die Königswürde beim Heimgang seines Vaters, König Olav V., am 17. Januar 1991. Wie sein Vater und sein Grossvater, König Haakon VII., wählte auch er das Motto "Alles für Norwegen" ("Alt for Norge").

Die Geburt eines Prinzen ist immer ein historisches Ereignis. Dennoch war es für das norwegische Volk etwas ganz Besonderes, als am 21. Februar 1937 ein Thronfolger zur Welt kam. Die Geburt fand auf Skaugum statt, dem Gut, das auch heute noch das Zuhause der Königsfamilie ist.

Es war das erste Mal nach 567 Jahren, dass in Norwegen ein Prinz geboren wurde; und diese Geburt sicherte in dem verhältnismässig jungen norwegischen Königshaus die Erbfolge.

Prinz Carl von Dänemark wurde bei der Auflösung der Union mit Schweden im Jahre 1905 König von Norwegen unter dem Namen Haakon VII. Nach der Verfassung von 1814 konnte sein Thron nur auf männliche Thronerben übergehen (diese Bestimmung wurde später geändert). Mit der Geburt von Prinz Harald hatte das Land zumindestens die nächsten zwei Generationen einen König, und das war der Mehrzahl der Norweger wichtig.

Die Familie
König Harald ist der Sohn von König Olav V. (1903-1991) und Kronprinzessin Märtha (1901-1954). Er hat zwei ältere Schwestern, Prinzessin Ragnhild Frau Lorentzen und Prinzessin Astrid Frau Ferner. König Olav war der Sohn von König Haakon VII. (1872-1957) und Königin Maud (1869-1938). Königin Maud war eine Tochter des Prinzen von Wales, später König Edvard VII., und von Königin Alexandra von Grossbritannien.

König Haralds Mutter war eine Tochter von Prinz Carl von Schweden (1861-1951) und Prinzessin Ingeborg (1878-1958).

Erbprinz Harald wurde planmässig dazu erzogen, die ihm durch Geburt auferlegte Verantwortung zu tragen. Auf der einen Seite wurde er auf ein Leben als Hüter der königlichen Traditionen vorbereitet; gleichzeitig wuchs er mit einer starken persönlichen Verankerung im Volke und seiner eigenen Zeit heran - in Übereinstimmung mit den Traditionen moderner konstitutioneller Monarchien.

Eheschliessung mit einer Frau bürgerlicher Herkunft
Als König Olav im Jahre 1968 bekanntgab, dass Kronprinz Harald Sonja Haraldsen, eine Norwegerin bürgerlicher Herkunft, heiraten wollte, schlug die Debatte über die Zukunft der norwegischen Monarchie hohe Wellen.

Der Kronprinz kannte seine Zukünftige schon neun Jahre, als die Entscheidung fiel, die Ehe einzugehen. König Olav selbst fasste diesen Beschluss, nachdem er sich mit den Mitgliedern des Kabinetts sowie dem Präsidenten und den Fraktionsführern des Stortings beraten hatte.

Die Reaktionen waren positiv. Es sagt viel über sowohl die Stellung des Königshauses als auch über Sonja Haraldsen als Person aus, dass sie von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung mit spontaner Begeisterung aufgenommen wurde.

Sie wurde zum natürlichen Bestandteil des nationalen Symbols der Geschlossenheit, das die Königliche Familie in Norwegen darstellt.

Zwei Kinder
Die Hochzeit fand im August 1968 statt. Das erste Kind - Prinzessin Märtha Louise - wurde am 22. September 1971 geboren, und das zweite - der Thronfolger Prinz Haakon - am 20. Juli 1973.


Eine starke Monarchie
Die persönliche und engagierte Weise, in der König Olav und das ehemalige Kronprinzenpaar ihre offiziellen Aufgaben wahrnahmen, ist eine von mehreren Ursachen dafür, dass die Monarchie in Norwegen heute so gefestigt ist.

Nationalhymne

Eine weitere Ursache ist die Bedeutung der königlichen Familie als Symbol der Stabilität und politischen Kontinuität in Zeiten politischer Veränderungen. Und nicht zuletzt ist die Königsfamilie ein Symbol des Zusammenhalts- eine Tatsache, die während des letzten Weltkriegs grosse Bedeutung erhielt.

Die deutsche Invasion
Prinz Haralds erste drei Lebensjahre auf Gut Skaugum waren friedliche Jahre. In der Nacht zum 9. April 1940 jedoch nahm dieser Frieden ein jähes Ende: Hitlers Truppen marschierten in Norwegen ein. Die Königliche Familie war eins der ersten Ziele. Sie musste in aller Eile fliehen. Mit nur wenigen Stunden Vorsprung vor den Besatzungstruppen gelang es König Haakon, der Kronprinzenfamilie, den Stortingsabgeordneten und der Regierung, per Bahn aus der Hauptstadt zu entkommen. Der König und die Regierung leisteten bis zur Kapitulation im Juni 1940 Widerstand. Dann flohen sie nach London, wo sie eine Exilregierung bildeten.
Die Wege der Kronprinzenfamilie trennten sich in der Nähe von Hamar. Am 10. April ging Kronprinzessin Märtha mit den Kindern im Schutz der Dunkelheit über die Grenze nach Schweden. Ein paar Monate später gingen sie in die Vereinigten Staaten. Die Kronprinzessin, der Thronfolger und seine beiden älteren Schwestern Ragnhild und Astrid wohnten bis zur Befreiung im Jahre 1945 in der Nähe von Washington D.C.

Befreiung und Heimkehr
Kronprinz Olav kehrte am 13. Mai 1945 nach Norwegen zurück, während die Kronprinzenfamilie zusammen mit König Haakon am 7. Juni zurückkam. Bei ihrer Ankunft wurden sie von jubelnden Volksmassen begrüsst.

Öffentliche Schule
Nach der Befreiung wurde Prinz Harald in die kommunale Grundschule eingeschult. Abgesehen davon, dass im Gang ein Sicherheitsbeamter Wache stand, unterschied sich sein Schulbesuch in keiner Weise von dem anderer Schüler. Der Prinz betrieb die vielfältigsten Sportarten. Als Zehnjähriger schaffte er sich die Grundlage für eine aktive Karriere als Regatten-Segler. Er bekam sein erstes Boot, mit dem er bei den Sommer-Regatten bei Hankø im Oslofjord Siege errang. Nach Abschluss der Grundschule besuchte Prinz Harald das Gymnasium Oslo Katedralskole. 1955 machte er auf dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig das Abitur und wurde im Herbst desselben Jahres an der Universität Oslo eingeschrieben.

Kurz danach begann seine militärische Ausbildung. Er besuchte die in Trandum gelegene Offiziersanwärterschule für die Kavallerie und dann die Militärakademie, die er 1959 erfolgreich abschloss.

Nach dem Grundgesetz hat der König den Oberbefehl über die Land- und Seestreitkräfte des Reiches. König Harald ist General des Heeres und der Luftwaffe sowie Admiral der Marine.

Nach Ableistung der Wehrpflicht als Leutnant übersiedelte Kronprinz Harald nach Oxford, um wie sein Vater 30 Jahre zuvor am Balliol College Wirtschaftswissenschaft, Staatswissenschaft und Geschichte zu studieren.

Zum ersten Mal im Staatsrat
Zwei Jahre vor seiner Abschlussprüfung als wehrpflichtiger Leutnant wurde Prinz Harald Kronprinz und nahm zum ersten Mal an Sitzungen des Staatsrats (der Regierung) teil. Sein Grossvater, König Haakon VII., starb am 21. September 1957, und nur wenige Tage später nahm Harald an der Seite seines Vaters seinen festen Platz im Staatsrat ein.

Als Kronprinz war er Stellvertreter des Königs. 1958 trat Kronprinz Harald zum ersten Mal als Regent auf. Seit der Erkrankung König Olavs im Frühjahr 1990 und während dessen Rekonvaleszenz leitete der Kronprinzregent die Staatsratssitzungen und nahm auch andere Aufgaben des Königs wahr.
Im Jahre 1960 machte er seine erste grosse offizielle Repräsentationsreise ins Ausland. Er besuchte die USA anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der American Scandinavian Foundation. Der Kronprinz trat als Botschafter für norwegische Interessen in Amerika auf.

An der Seite seines Vaters
In den darauffolgenden Jahren nahm Kronprinz Harald den Platz an der Seite seines Vaters ein. Die beiden Männer ergänzten einander bei den umfassenden offiziellen Aufgaben, die dem Königshaus obliegen. Der Kronprinz eröffnete Ausstellungen, nahm an Kongressen teil, besuchte Altenheime und legte Staatsbesuche ab. Er eröffnete neue Flugstrecken und norwegische Fremdenverkehrsbüros im Ausland; er gehörte zur norwegischen olympischen Mannschaft und trug bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio die norwegische Fahne.

Die Aufgaben werden verteilt
Ab 1968 übernahm Kronprinzessin Sonja ihren Teil der Repräsentationspflichten im In- und Ausland. Gemeinsam oder getrennt besuchten der Kronprinz und die Kronprinzessin die meisten Orte Norwegens und machten zahlreiche Auslandsreisen - unter anderem nach Australien, Thailand, Malaysia, Indien, China, Tansania, Lateinamerika und in die USA sowie in die meisten europäischen Länder.
Kronprinz Harald stellte sich auch mit Freude zur Verfügung, um Interessen der norwegischen Wirtschaft und Industrie im Ausland zu vertreten, jedoch nur in dem Masse, wie es mit den Aufgaben zu Hause vereinbar war.

Eidesleistung und Segnung
Am 21. Januar 1991 legte König Harald seinen Eid auf die Verfassung ab. Königin Sonja stand bei diesem historischen Ereignis im Storting an seiner Seite. Zu dieser Zeit war es 69 Jahre her, dass im Parlamentssaal eine Königin zugegen war.  Danach war Königin Sonja auch bei der feierlichen Stortingseröffnung im Jahre 1993 anwesend. Am 23. Juni 1991 wurde König Harald auf eigenen Wunsch im Nidaros-Dom von Trondheim gesegnet. Auch Königin Sonja nahm den Segen der Kirche entgegen. Im Sommer desselben Jahres unternahm das Königspaar eine zehntägige Reise durch das südliche Norwegen, und im Jahr darauf rundete es diese Reise mit einer 22tägigen Fahrt durch die nördlichsten Fylker des Landes ab.

Als König und Königin haben Harald und Sonja sowohl in Norwegen als auch im Ausland eine lange Reihe von Repräsentationsaufgaben wahrgenommen.

Die Olympischen Winterspiele 1994
König Harald und Königin Sonja nehmen aktiv an den verschiedensten Formen der Erholung im Freien teil und sind ausgesprochene Outdoor-Enthusiasten. Bei den Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer hat das Königspaar einen aktiven Einsatz geleistet. Während Königin Sonja sich an der Planung der kulturellen Aktivitäten beteiligte, war König Harald Ehrenvorsitzender des Organisationskomitees und Mitglied der Generalversammlung des Olympischen Komitees LOOC. Darüber hinaus hat er an mehreren Sitzungen des Vorstandsausschusses des Komitees teilgenommen. Der König und die Königin waren bei mehreren Olympia-Veranstaltungen interessierte Zuschauer.

Segel-Triumphe
König Harald hat sich bei einer Reihe von nationalen und internationalen Segelwettbewerben einen Namen gemacht. Als Kronprinz hat er Norwegen mehrfach bei den Olympischen Spielen vertreten. 1968 hat er im Kampf um den Goldpokal den Sieg davongetragen, und 1972 hat er die Kieler Regatta gewonnen. 1982 errang er den zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft in der Halbtonner-Klasse. Im Sommer 1987 wurde er Weltmeister mit seinem neuen Boot, dem Eintonner "Fram X" - ein Geschenk der norwegischen Wirtschaft zu seinem 50. Geburtstag. Bei der Weltmeisterschaft in San Francisco im Jahr darauf gewannen Boot und Mannschaft eine Bronzemedaille.

Skaugum
Die Königliche Familie wohnt vorläufig noch in König Haralds Elternhaus, dem Gut Skaugum in Asker bei Oslo. Der Umzug ins Schloss nach Oslo steht aber auf dem Programm. Skaugum war ein Hochzeitsgeschenk von König Olav. Auf dem 130 Hektar grossen Gut werden Ackerbau und Milch- und Fleischerzeugung betrieben.

Biographische Daten

o Geboren am 21. Februar 1937 auf Skaugum
o Getauft am 31. März 1937 von Bischof Johan Lunde in der Schlosskapelle
o Konfirmiert am 10. Mai 1953
o 1940-45 Washington, USA
o 1945-50 Volksschule Smestad
o 1950-55 Kathedralschule Oslo
o 1956-57 Offiziersanwärterschule der Kavallerie
o 1957-59 Militärakademie
o 1960-62, Balliol College, Oxford
o Erstmalige Teilnahme an einer Staatsratssitzung am 27.September 1957
o Eid auf das Grundgesetz am 21. Februar 1958
o Erstmaliges Auftreten als Regent 1958
o Verlobung am 19. März 1968
o Eheschliessung am 29. August 1968
o Kinder: Prinzessin Märtha Louise, geb. am 22. September 1971
Kronprinz Haakon, geb. am 20. Juli 1973
o Eid auf die Verfassung am 21. Januar 1991
o Segnung im Nidaros-Dom in Trondheim am 23. Juni 1991

Herausgegeben von Nytt fra Norge für das Kgl. Norwegische Aussenministerium. Nachdruck gestattet. Juni 1999.

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