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Norwegen von A-Z 

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Allgemeines
Der Name Norwegen bedeutet "Weg nach Norden" und verweist auf ein Land in einem der nördlichsten Teile der Welt. Ein Blick auf die Karte macht sofort die beträchtliche Länge und die geringe Breite des Landes deutlich, das etwa zur Hälfte nördlich des Polarkreises liegt. Vom südlichsten Punkt bei Kap Lindesnes bis hinauf zum Nordkap beträgt die Entfernung 1.752 km Luftlinie oder rund 2.500 Strassenkilometer. Der nördlichste Punkt liegt bei 71° 11' nördlicher Breite. Rund 50.000 Inseln sind der Küste vorgelagert, deren Länge des Festlands, Fjorde und Buchten eingerechnet, über 21.000 km ausmacht. Der Atlantikstrom und die Westwinde bewirken zu allen Jahreszeiten ein mildes Klima, das erheblich besser ist, als die weit nach Norden verschobene geographische Lage erwarten lässt. Die Küste und ihre Häfen bleiben eisfrei, Oslos Durchschnittstemperatur im Juli ist ähnlich der von Zürich oder Bonn. Im mehr kontinental geprägten Inneren des Landes sind die Sommer wärmer als im Küstenbereich und die Winter deutlich kälter, oft mit mehreren Monaten Schnee und Temperaturen, die - 30°C erreichen können. Gemeinsame Grenzen weist das Land mit seinem Nachbarn Schweden (1.619 km), mit Finnland (721 km) und Russland (196 km) auf. Norwegen ist vor allem ein Gebirgsland, dessen periphere Lage keineswegs auf kulturelle und wirtschaftliche Rückständigkeit schliessen lassen darf, denn das Land ist eine uralte Kulturnation, die heute zu den reichsten der Erde gehört. Auf einer Fläche von rund 387.000 Quadratkilometern - zum Hoheitsgebiet gehören auch noch Spitzbergen (Svalbard) mit etwa 63.000 Quadratkilometern und die flächenmässig unbedeutenden Eilande Jan Mayen und Bäreninsel - leben nur etwas mehr als 4,4 Millionen Einwohner, davon drei Viertel in grösseren Gemeinden und Städten. In Europa ist nur Island dünner besiedelt. Eine ethnische Minorität mit eigener Sprache und Kultur, die Samen (Lappen), lebt im Norden des Landes. Rund 30.000 Menschen werden dieser Minderheit zugerechnet. Das erste norwegische Königreich entstand um das Jahr 900 n.Chr. Norwegische Wikinger gründeten Siedlungen in Nord- und Westeuropa und entdeckten den Weg nach Grönland und Nordamerika lange vor Kolumbus. Im Mittelalter wütete die Pest, löschte zwei Drittel der Bevölkerung des Landes aus, und der geschwächte Staat kam unter dänische Herrschaft, die von 1380 bis 1814 andauerte. Danach trat Dänemark nach den napoleonischen Kriegen Norwegen an Schweden ab, bis die Union 1905 friedlich aufgelöst wurde.
Gerhard Austrup©

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